Die kleine Brücke täuscht Rollstuhlfahrern vor, sie kämen so zum Bahnsteig. Hier fehlt eindeutig eine Beschilderung. Foto: Helene Braun

LAUBENHEIM – Die recht breite Fußgängerüberweg, barrierefrei bis zum Jugendzentrum, vermittele Mobilitätseingeschränkten mit Rollatoren, Rollstühlen oder Eltern mit Kinderwagen den Eindruck, sie könnten über sie auch an den Bahnsteig gelangen. Das kritisierten vor allem stellvertretende Ortsvorsteherin Gabriele Müller (Grüne) und Ortsbeiratsmitglied Ralf Geißner (SPD). Der Ortsbeirat hatte zum Rundgang mit Bernd Quick, Behindertenbeauftragter der Stadt Mainz, und vom Hochbauamt Manuela Metzsch eingeladen, um ihnen die Stellen zu zeigen, an denen es, insbesondere für Gehbehinderte, gefährlich werden könnte.

Etliche Bürgersteige wurden in den letzten Jahren abgesenkt. Aber es gibt auch Konfliktsituationen: Ist der Bordstein am Überweg durch die Absenkung praktisch nicht mehr vorhanden, erleichtert das dem Rollstuhlfahrer dem Weg, nimmt aber dem Blinden oder Sehbehinderten die Orientierung mit dem Stock. Das machte Bernd Quick in der Möhnstraße/Ecke Oppenheimer Straße klar. Vor dem indonesisch-vietnamesischen Restaurant gegenüber ragt die Treppe weit in den Bürgersteig, und genau da steht auch ein Verkehrsschild. Ob man mit Zwillingskinderwagen oder auch nur einem Rollstuhl durchkomme, wagten die Teilnehmer aus Ortsbeirat wie etwa Paul Stenner (SPD) und VdK zu bezweifeln.

Die Rampe zum Longchampplatz bleibt vorerst so, sie wird im Zuge der Realisierung der Neuen Mitte umgestaltet. Foto: Helene Braun

Bei der Sanierung des Bahnhofs vor ein paar Jahren wurde der Stör- und Vandalismusanfälligkeit wegen gegen einen Aufzug entschieden. Auf den barrierefreien Weg, der zwar lang sei, könne man sich hingegen verlassen. Es sei den Behinderten wichtiger gewesen, eine nicht-technische Lösung zu haben, die funktioniere, als eine technische, die nicht funktioniere, sagte Manuela Metzsch vom Stadtplanungsamt. Es störe nicht, beides zu haben, beharrte Geißner. Zwar hat es nicht allzu viele Gleise, aber wenn man das falsche trifft, muss man den ganzen Weg von der Rheintalstraße/ Einmündung Oppenheimer Straße aus erneut zurücklegen. Vehement forderten die Teilnehmer, unter ihnen auch Benjamin Chwalak, stellvertretender CDU-Vorsitzender, eine sinnvolle Beschilderung und einen zweiten Fahrkartenautomaten.

An der Pfarrer-Goedecker-Straße ist der Fußgängerüberweg so gestaltet, dass eine Seite des Bürgersteigs abgesenkt ist, die andere nicht. Auch das notierte Bernd Quick. An die Rampe, die von der Wilhelm-Leuschner-Straße zum Longchampplatz führt und die für Rollstuhlfahrer zu steil ist, will man jetzt nicht rühren, da hier im Zuge der „Neuen Mitte“ sowieso eine Umgestaltung vorgenommen wird. Deren Umsetzung ist für 2021 geplant.

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.