Die Künstlerinnen vor ihren Werken (von links): Dorothea Steinführer, Thea Sick, Claudia Zabel, Uta Holzerland und Lotte Mundschenk. Foto: Helene Braun

WEISENAU – Die Quilts an den Wänden wollte Ortsvorsteher Ralf Kehrein am liebsten behalten. „Jetzt sieht unser Sitzungssaal wie ein Wohnzimmer aus“, sagte er bei der Eröffnung der Ausstellung „Die 5 an der Nähmaschine“. Etliche Quilts der fünf Frauen sind dem Muster „Dear Jane“ nachempfunden. Jane Stickle hat diesen Quilt, der aus 5602 Einzelteilen besteht, im Jahre 1863 komplett mit der Hand genäht. Die Fünf an der Nähmaschine begnügten sich mit Teilen davon, von denen jede einen anderen umsetzte.

Aber auch neuere Kunstformen finden Niederschlag in den Werken. So entstand der „Tanz der Dinos“ von Dorothea Steinführer. Als Basis hatte sie aus einem Stoff mit einer Landschaft mit Dinosauriern, eher hässlich und statisch, eine wunderschöne lebendige grüne Oase geschaffen, die man nicht müde wurde zu betrachten. Können, Fantasie und ein Höchstmaß an Präzision sind notwendig, um die Effekte zu erzielen, die die Fünf bis zur Perfektion beherrschen.

Moderne Kunst, „Die Harmonie der Parallelen“ ist zu finden oder der „Tageslauf“, wo Uta Holzerland die unterschiedlichen Farben des Tages thematisiert hat. Manchmal ist auch das Thema dasselbe, wie bei Dear Jane, und doch kommen völlig unterschiedliche Ausführungen zu Stande. Das ist, was alle Fünf fasziniert, das Spielen mit dem Stoff, ihn in etwas anderes zu verwandeln.

Einmal im Monat treffen sie sich und reden darüber, was sie gerade tun, sprechen Themen ab, aus denen jede ihre eigene Kunst werden lässt. Hundertwasser war mal Thema, auch hier hängt ein Ergebnis an der Wand. Und genähte Karten schicken sie sich gegenseitig zum Geburtstag, auch diese kann man bewundern. Schließlich arbeiten sie schon über 20 Jahre zusammen. Thea Sick wollte eigentlich nichts mit dem Quilten zu tun haben. „Dann habe ich meinen ersten Kurs gemacht aus Langeweile und da war es passiert. Seit der Zeit hänge ich drin.“

 

Die Ausstellung in der Ortsverwaltung ist noch geöffnet bis zum 6. November montags bis mittwochs von 8.30 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Oktober, sind die Künstlerinnen jeweils von 11 bis 16 Uhr anwesend.

Teilen
Vorheriger ArtikelErster Heimspielerfolg
Nächster ArtikelVom Proberaum auf die Bühne
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.