Tafel-Vositzender Dieter Hanspach (links) und Vorstandsmitglied Udo de Wall. Foto: kga

MAINZ – In ihren Räumen in der Heidelbergerfassgasse hatte sich zum bundesweiten Aktionstag der Tafeln auch die Mainzer Tafel gerüstet. Man wolle an diesem Tag vor allem über Sinn und Zweck der Tafel informieren aber auch mit Gästen gemütlich beisammensitzen. „Wir begegnen immer wieder Menschen, die nicht wissen, was die Tafel ist“, erzählt Udo de Wall vom Vorstand des bis auf eine Bürokraft komplett als Ehrenamt arbeitenden Vereins, in dem sich 200 Personen engagieren.

Seit immerhin 18 Jahren holt die Tafel in Mainz und im Umland von Discountern, Bäckereien und Kaufhäusern die Lebensmittel ab. „Weil sie das Datum der Mindesthaltbarkeit erreicht haben, falsch ausgezeichnet oder zu viel oder falsch bestellt worden waren, oder weil das Brot nicht mehr frisch ist“, fügt der Vorsitzende der Mainzer Tafel, Dieter Hanspach, hinzu.

„Lebensmittel verschenken statt zu vernichten“, so lautet die Devise mit der die Mitarbeiter regelmäßig mit ihren fünf von Spenden finanzierten Autos rausfahren an die mehr als 100 Abholstellen und innerhalb von vier Tagen zwischen acht bis zehn Tonnen Lebensmittel umschlagen. Etwa 1600 Kunden zählt die Tafel zur Zeit, Menschen, die den so genannten „Mainzer Pass“ besitzen. Hartz IV-Empfänger zum Beispiel.

Gegen eine symbolische Spende von 1,50 Euro können sie einmal in der Woche kommen und ihre Einkaufstaschen füllen. Einigen wenigen werde das Essen auch nach Hause gebracht, so Hanspach. Obst, Gemüse, Brot, Konditorei- und Molkereiprodukte, Fleisch und Fisch, die Angebotspalette ist groß, „manchmal ist es mehr, manchmal weniger“, so de Wall. Alles in allem kann jeder aber mit einer vollen Tüte wieder nach Hause gehen.

Die Tafel, die am Tag der offenen Tür ihre Arbeit ein wenig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken will, leiste mit ihrem Angebot unmittelbare Sozialarbeit, erläutert de Wall einen weiteren positiven Aspekt des Angebots. „Das Geld, das die Bedürftigen bei uns sparen, können sie nutzen, um zum Beispiel auch mal ins Kino zu gehen“, sagt er. Er ist erst ein Jahr dabei und sprüht geradezu vor Tatendrang. Er würde mehr städtische Hilfe befürworten, „bei uns hier läuft alles über Spenden“.

Er zeigt den großen Kühlraum, die diversen Kühlschränke, erklärt den Ablauf, wenn ein Kunde zur Tafel kommt. Erst anmelden und die kleine Spende entrichten, dann ein Rundgang vorbei an Theken und Regalen, in denen die Waren gut sortiert ausgelegt sind. „Alles hochwertig. Die Lebensmittel werden schon von den Fahrern geprüft, die sie abholen, dann werden sie hier vor Ort auch noch einmal kontrolliert“, so Hanspach und de Wall. Erst danach gehen sie in die Verteilung. Möglichst frisch und noch an dem Tag, an dem sie geholt worden sind.

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