Freigelegtes Ufer, an dem der Rhein bereits nagt. Drei Hochwasserlinien sind zu erkennen. Foto: kga

LAUBENHEIM – Der Regen konnte die Teilnehmer am Rundgang über die „Auenbaustelle“ am Rhein, dort wo einst der Campingplatz sein Domizil hatte, nicht schrecken. Zahlreiche Teilnehmererkundeten gemeinsam mit Simone Janas vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Mannheim und ihrem Kollegen und Dezernatsleiter Ralf Ponath das Gelände. Im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ soll hier auf etwa einem Kilometer Länge das Laubenheimer Flussufer wieder zur Auenlandschaf mit seichten Buchten und Sandbänken umgestaltet werden. „Eine Millionen Euro investiert der Bund allein in das Pilotprojekt hier in Mainz“, so Ponath. Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter freute sich über die Entwicklung. Denn viel war darüber diskutiert worden, was mit dem knapp einen Kilometer langen Gebiet am Rhein geschehen sollte. Umweltdezernentin Katrin Eder war die Renaturierung eine Herzenssache. Bürger fragten nach Naherholung, Getränkestand, Spielplatz, Liegewiesen und Strand. Janas reichte verschiedene Fotos herum, während sie die nächsten Schritte erklärte.

Einst stand hier das Hauptgebäude des Campingplatzes. Simone Janas erläutert den Zuhörern
die Pläne. Foto: kga

Im nördlichen Teil des knapp einen Kilometer langen Abschnitts solle eine Naturwiese entstehen, die mehrmals im Jahr gemäht werde und auf der mit Baustämmen für Sitzgelegenheiten gesorgt werde. „Wir haben die alten Campingplatz-Gebäude soweit entfernt wie es möglich war, auch in die Tiefe“, erzählte sie weiter. Es müsse damit gerechnet werden, dass immer auch mal wieder ein Kabel oder ein Rohr zum Vorschein komme. Der Sache schade das aber nicht. Das einst feste Gestade wurde von Steinen befreit, deutlich ist schon jetzt zu sehen: Bei Hochwasser nagt der Fluss wieder genüsslich am Ufer nagen und formt so allmählich einen breiten Sandstrand mit Buchten, auf dem Weichholzgewächse wie die typische Auenweide wieder Fuß fassen könne. Weiter oberhalb werden Harthölzer ein- bis zweimal im Jahr „nasse Füße“ bekommen. Der vordere Teil soll durch dichtes heckenartiges Gestrüpp vom Rest des Areals getrennt werden. Südlicher werden noch Kampfmittel im Boden vermutet. „Das muss uns aber nicht kümmern, denn hier beginnt der „Wildwuchs“. „Mit ein bisschen Anlaufhilfe“ werde die Natur hier sich selbst überlassen. So solle wieder Artenvielfalt in Flora und Fauna entstehen. „Und was ist nun mit Getränkestand und Spielplatz?“, wollen einige Teilnehmer dann doch noch wissen. Im Projektgebiet der Ufer- und Auenrenaturierung“ nicht. Aber etwas weiter nördlich, anders für die Bürger viel besser zu erreichenden Natorampe. Denn diese soll laut Janas ebenfalls aufgewertet werden.

Teilen
Vorheriger Artikel40. Brezelfest war ein Erfolg
Nächster ArtikelZu Mainz gehört das Miteinander!
Redaktion
Diese Beiträge sind in unseren Redaktionen entstanden. Dazu sichten wir Pressemeldungen, eingesandtes Material und Beiträge von Vereinen, Organisationen und Verwaltung. Dies alles wird dann von unseren Redaktionsleitern verifiziert, bearbeitet und ansprechend aufbereitet. Oftmals ergeben sich daraus Themen, die wir dann später aufgreifen.