Ortsbürgermister Thomas Becker - Theilig: „Ich habe bis jetzt nur begeisterte Stimmen gehört.“ Foto: Helene Braun

BODENHEIM –Mit der feierlichen Eröffnung des Hauses Friesenecker leitet die Ortsgemeinde Bodenheim eine neue Epoche des um die 1900 errichteten Gebäudes ein. Erster Beigeordneter Thomas Glück (SPD) geht davon aus, dass sich hier ein vielfältiges kulturelles, politisches und pädagogisches Angebot und verschiedene Freizeitmöglichkeiten etablieren werden. Insbesondere die Kreisvolkshochschule, bislang in der Grundschule untergebracht, bekommt endlich ein angemessenes Domizil. Bürgermeister Thomas Becker-Theilig sagte in seiner Ansprache: „Die Räume strahlen trotz der grundlegenden Sanierung gelebtes Leben und Dasein der letzten 120 Jahre aus. Dies wäre durch einen Abriss für alle Zeit verloren gegangen.“ Vertreter künftiger Nutzer, etwa des Schachvereins, der Schoppengarde und der NBI, der KVHS und Politiker im Amt oder a.D. hatten sich im Hof eingefunden, den das Haus sich mit dem historischen Rathaus direkt daneben teilt, um der beizuwohnen. Das Haus Friesenecker diente in der Vergangenheit als Weingut, als erster Bodenheimer Gutsauschank und als Wohnhaus der Familie Siegling. 1967 kaufte die Gemeinde das Anwesen für 85.000 Mark, ein Teil wurde als Verwaltungsgebäude deklariert.

Das denkmalgeschütze Haus ist jetzt innen und außen grundsaniert. Foto: Helene Braun

Mit der Gründung der VG 1972 kaufte die Verbandsgemeinde das Gebäude der Ortsgemeinde ab. 1988 kaufte es die Ortsgemeinde wieder zurück Es wurde den örtlichen Vereinen zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Heute sind es wieder Vereine, die nach dreijähriger Sanierung, die ein festgestellter Hausschwammbefall um ein gutes Jahr verzögert hatte, und wieder sind es Verwaltungsmitarbeiter, diesmal von der Ortsgemeinde, die hier einziehen wie die Beigeordneten etwa. Allein des Hausschwammbefalls wegen wäre eine Restaurierung notwendig gewesen, bekräftigte Becker-Theilig den Gemeinderatsbeschluss. Die nun feststehenden Sanierungskosten von 720.000 Euro sind nicht gerade ein Pappenstiel. Aber im „Sanierungsgebiet“, dessen Maßnahmen die Zuschussbehörde mit 70 Prozent fördert, solle die Gemeinde als Vorbild gegenüber den privaten Hauseigentümern als Vorbild handeln, sagte der Ortsbürgermeister weiter. Der alte Fliesenboden und die Holztürarbeiten im Eingangsbereich wie die Holz-Treppenanlage mit dem hochwertigen gedrechselten Holzgeländer konnten erhalten werden. Ansonsten erstrahlen alle Räume in frischem Weiß. Thomas Glück, erster Beigeordneter, erläuterte, ein Neubau wäre um 580.000 Euro teurerer geworden gegen die Stimmen, die einst für einen Abriss plädierten. Alle Räume sind multifunktional zu nutzen und das ganze Gebäude ist mit moderner Kommunikationstechnik ausgerüstet.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.