Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz (SPD, Mitte) vereidigte Birgit Zehe-Clauß (FDP, rechts) und Regina Molitor (Grüne, links) zur ersten und zweiten Stellvertreterin. Foto: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Ein Damen-Trio steht künftig an der Spitze des Hechtsheimer Ortsbeirates. In der gut besuchten ersten regulären Sitzung des Gremiums in der Ortsverwaltung wählte das Gremium in geheimer Wahl Birgit Zehe-Clauß (FDP) zur ersten Stellvertreterin der neuen Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz (SPD). Zur zweiten stellvertretenden Ortsvorsteherin wurde Regina Molitor (Grüne) gewählt. In geheimer Wahl setzte sich Birgit Zehe-Clauß mit 7:6 Stimmen gegen Franz Jung (CDU) durch. Mit der gleichen Stimmenzahl machte Regina Molitor gegen Reinhard Schwarz (Freie Wähler) das Rennen.

Topthema der ersten Sitzung waren die von OB Michael Ebling (SPD) geäußerten Pläne, zur Linderung der Wohnungsnot in Mainz einen neuen Stadtteil zwischen Hechtsheim und Ebersheim anzuvisieren (wir berichteten). Hierzu gab es einen gemeinsamen Antrag von CDU, Freien Wählern und ÖDP, an dieser Stelle keinen neuen Stadtteil zu errichten. „Die Stadtfläche ist endlich, wir dürfen nicht alles zupflastern“, sagte Prof. Felix Leinen (ÖDP). Ein Änderungsantrag der Grünen mit gleicher Forderung liefert eine ausführliche Begründung, warum die Erschließung von Bauland an dieser Stelle abzulehnen sei. Es handele sich um hochwertiges Agrarland, eine Trinkwassergewinnungszone und ein Kaltluftentstehungsgebiet, zudem diene das Areal dem Feldhamster als Rückzugsgebiet. „Es gibt andere Flächen, die man nutzen kann“, betonte Regina Molitor (Grüne). In einem Änderungsantrag der SPD wird hingegen gefordert, bei einer Bebauung solche Umweltaspekte zu berücksichtigen. „Wir brauchen Wohnungsbau und keine Zugangssperre“, forderte Klaus Euteneuer (SPD). Die Planung sei uneingeschränkt an den Maßstäben des Umweltschutzes auszurichten. Ein FDP-Ergänzungsantrag sieht hingegen vor, anstelle von solchen hochwertigen Flächen die Bebauung an den Ortsrändern zu forcieren und frei werdende Konversionsflächen wie etwa die Kurmainzkaserne zu berücksichtigen. „Wir müssen Alternativen aufzeigen zum Schutz der Umwelt, der Landwirtschaft und des Weinbaus“, forderte Birgit Zehe-Clauß (FDP).

Nach ausführlicher Diskussion wurde der gemeinsame Antrag zu Gunsten des ausführlicheren Grünen-Antrags zurückgezogen, der bei zwei SPD-Gegenstimmen angenommen wurde. Der SPD-Änderungsantrag für die Schaffung eines solchen neuen Stadtteils unter strengen Auflagen wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt, während der FDP-Ergänzungsantrag, Alternativen aufzuzeigen, bei sieben Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen auf den Weg gebracht wurde.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.