Im Oktober geht es für Rüdiger Fröhlich auf Lesereise in den Norden, wo Co-Autor Jörn Hinrichsen lebt. Foto: Helene Braun

 

GONSENHEIM – Mit freundlichem Lächeln und einladender Geste empfängt der Krimi-Autor Rüdiger Fröhlich die Lokale Zeitung zu einem Gespräch in seinem Haus in Gonsenheim. Kaum zu glauben, dass sich dieser sympathische Mann die Taten eines Serienkillers ausgedacht hat. Und er liebt seine Bücher. Bei jedem seiner „Nord Thriller“ – sie liegen alle auf dem Tisch bereit– legt er ganz zart die Hand darauf, wenn er von Entstehung und Inhalt spricht. Mit „Die Blutspur der Justitia“ reiht sich nun ein weiter Band in die Reihe, gerade erschienen im Boyens Verlag. Es ist einer von vieren, die er mit Co-Autor Jörn Hinrichsen verfasst hat. Erst teilten sie sich im Studium die Wohnung, jetzt teilen sie sich die Thriller.

Das Morden und der Norden scheinen dem 50-jährigen Mainzer Rüdiger Fröhlich gleichermaßen am Herzen zu liegen. Denn von der Waterkant stammt er, aber bald 20 Jahre in Gonsenheim, hat er immer auch einen Rhein-Main-Bezug gewählt. Bereits das erste seiner Bücher, noch im Selbstverlag gedruckt, war überaus erfolgreich. Zum Thriller kam er, weil sich seine – wie er betont – immer sehr bescheidene Mutter ein Buch wünschte. Da machte sich der Journalist daran, sein erstes zu schreiben. „2005 habe ich ihr meinen ersten Krimi geschenkt, den „Code des Lebens“, sagt Fröhlich. Dabei war es noch gar nicht gedruckt.

Nun hatte er Blut geleckt und die weiteren Werke folgten. Als superschönes Hobby bezeichnet Fröhlich seine Arbeit und bekräftigt: „Mit meinem alten Kumpel zusammen bringt es noch viel mehr Spaß.“ Damit ist der Co-Autor gemeint, mit dem er sich in den Kapiteln abwechselt. Aber das merkt der Leser nicht, ein homogenes Ganzes entsteht. Fröhlichs Augen blitzen, als er von seiner „Weissagung“ erzählt, einer Passage im Roman, wo Mainz 05 im Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel spielt. „Und 2009 ist es wahr geworden.“

Das neuste Werk spielt im Dezember 2017: Überall im Norden werden Richter, Anwälte und Gutachter brutal ermordet und wie Kunstobjekte in Hünengräbern abgelegt. Hier gibt der auktoriale Erzähler immer wieder Einblicke in die Seele des Täters, der wie ein Uhrwerk systematisch sein grausames Handwerk ausübt. Schnell wird klar, dass es bei den Toten um Juristen mit Verantwortung für Rechtsbeugung, Betrug und Justiz-Filz geht. Die Erste Kriminalhauptkommissarin Kathrin van Busche aus Kiel und der Pinneberger Privatdetektiv Alexei Gromow fahnden schließlich gemeinsam nach dem brutalen Mörder, entwickeln im Zuge ihrer Ermittlungen aber mehr und mehr Verständnis für ihn.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.