Friedliches Miteinander bei der 8. Mainzer Fußball-Weltmeisterschaft der Nationen in Finthen. Foto: privat

FINTHEN – Die Integration steht bei der Fortuna Finthen seit 30 Jahren auf der Agenda ganz oben. Im Rahmen der „Interkulturellen Woche“ lud der Verein zum 8. Mal zur Mainzer Fußball-Weltmeisterschaft der Nationen ein. Acht Mannschaften kickten um die Trophäe.

Die Verständigung, Fairness und Respekt vor dem Gegner und die Würdigung der Menschen, die in Mainz ein Zuhause gefunden haben, sei ein wesentliches Ziel der Veranstaltung, sagt der verantwortliche Organisator Winfried Schmitt. Bei der Fontana kicken Fußballer aus über 40 Ländern. Ihre Familien beteiligen sich seit jeher beim Turnier. „Oftmals kommen Zuwanderer in ihren landestypischen Trachten“, sagt Schmitt. Die Deutschen steuern den Kuchen bei, die Speisen kommen von den Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund. „Das Turnier, das wir um ein Väter-Söhne-Turnier ergänzt haben, ist ein Familientag.“

Nach Finten reisten diesmal an: Afghanistan, Eritrea, Kroatien, Kosovo, Ukraine, Syrien und der Irak. Gespielt wurde mit fair produzierten Fußbällen, die die Stadt zur Verfügung gestellt hatte. Seit 2013 ist Mainz Fair Trade Stadt und widmet sich dem Thema „Faire Fußbälle“. Im Finale versenkten die Iraker solchen Ball im Netz der Ukrainer ein Mal mehr und gewannen das Endspiel im Elfmeterschießen. Die Unterstützung kam vom städtischen Büro für Migration und Integration. Der erste Preis war mit 100 Euro dotiert. Der Landessportbund Rheinland-Pfalz stellte die Hüpfburg zur Verfügung. Die Schiedsrichter kamen von Fontana.

Die Hürden der Integration sind den Organisatoren bewusst. Einmal habe die Mannschaft von „Aserbaidschan’ dagegen protestiert, gegen ,Kurdistan“ spielen zu müssen. Kurdistan sei kein Land. „So etwas akzeptieren wir aber nicht.“ Wer kommt, kann mit Spaß am Ball rechnen. Die Politik bleibt außen vor. „Wir lassen auch Regionen zu.“ Wie „Babylon“ beispielsweise, eine Mannschaft, die im Vorjahr als ,Aramäer’ aufgetreten war, diesmal leider abgesagt habe, sagt Schmitt. Was ihn „etwas traurig macht“, sei die geringe Teilnahme der Europäer bei der Mini-WM. Dabei schicke er immer wieder Einladungen an türkische, italienische oder portugiesische Vereine. „Ohne Resonanz“, bedauert Schmitt.

Für die Anstrengungen um das friedliche Miteinander erntete die Fontana 2011 den DFB- und Mercedes-Benz-Integrationspreis und die vergleichbare Auszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz. Doch es sei dem Verein nie darum gegangen, einen Preis zu gewinnen, um mit dem Engagement aufzuhören. „Nein, wir machen weiter“, sagt Schmitt. Für ihn und das Orga-Team um Tim Klotz, Gregor Pila und Manfred Mahle sei letztendlich, die Begeisterung der Kicker, Motivation genug, nicht nur das Event auf die Beine zu stellen, sondern auch tagtäglich im Verein im Sinne die Integration zu agieren. Bei der Fontana stehen die Türen allen offen, sagt Schmitt. „Egal woher sie kommen.“

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.