Treffsicher bei der Kerberöffnung Anette Odenweller. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM. Mit einem geglückten Fassbieranstich und unter der Regie des neuen Kerbevereins startete Ebersheim in das Kirchweihfest, das eine 700 Jahre alte Geschichte hat. „Ich wünsche uns allen entspannte und fröhliche Kerbetage“, sagte die neue Ortsvorsteherin Anette Odenweller (CDU) bei der Eröffnung der Kerb. „Ich bedanke mich bei allen, die das Fest vorbereitet, organisiert und aufgebaut haben, ganz besonders beim Kerbejahrgang, der sich bereits beim Weinfest so toll präsentiert hat. Hiermit ist die Kerb eröffnet“, sagte Odenweller und meisterte den Fassbieranstich mit vier Holzhammerschlägen. Das Festbier, ein Märzenbräu, das wiegewohnt aus dem ersten Fass kostenlos ausgeschenkt wurde, spendierte die Ebersheimer Brauerei „Rheinhessen-Bräu“. Unterdessen nötigte die Sanierung der Töngeshalle den Organisatoren 2019 die Entscheidung ab, die Festmitte samt der Bühne vom Parkplatz auf den benachbarten kleineren Platz zu verlegen. „Doch wir merken jetzt, dass dies viel schöner ist, weil es zum heimeligen, idyllischen Charakter von Ebersheim passt“, gab der Vorsitzende des Kerbevereins, Johannes Blüm, die ersten Rückmeldungen der Besucher wieder. Apropos Kerbeverein: Kaum ein Jahr alt trat die mittlerweile 50-köpfige Gruppe die Nachfolge des örtlichen Musikvereins „Lyra“ an, welcher das Kirchweihfest in den vergangenen zehn Jahren auf die Beine gestellt hatte. „Dem Kerbeverein ist es sehr wichtig, dass der Ort zusammen feiert“, sagte Blüm. Zu seiner eigenen Motivation, den Vorsitz zu übernehmen, meinte der junge Mann:„Ich organisiere gerne Feste und bringe gerne Menschen zusammen.“ Die Unterstützung für den Kerbeverein konnten die Festbesucher entweder durch den Vereinsbeitritt oder den Erwerb von Anstecknadeln mit dem Ebersheimer Wappen zum Ausdruck bringen. Gesponsert wurden die Pins vom Jahrgang 1977/87. „Wir hoffen nun, dass die Zahl der Mitglieder steigen wird.“

Gut besucht war die
Kerb am Eröffnungstag.
Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Wer auf dem Festplatz nach dem Kerbebaum suchte, schaute vergeblich um sich. „Wir hatten die Entscheidung zwischen dem Baum und dem Kinderkarussell zu treffen“, erläuterte Blüm. Die Wahl fiel ohne Zögern auf das Karussell. „Den Baum gibt es nächstes Jahr wieder, wenn die Hallensanierung  abgeschlossen ist.“ Zum Gelingen der Kerb soll auch die Aktion der kommunalen Suchtprävention beitragen:„100 Prozent Genuss-Feiern im grünen Bereich“. Mit einem grünen Armbändchen erhielten die Jugendlichen fünf Prozent Rabatt beim Kauf von nicht alkoholischen Getränken. Beim Gottesdienst am Sonntag spielte der kulturhistorische Grund der Kerb eine Rolle. Die Kerb sei „sozusagen der Geburtstag der Kirche“, sagte der katholische Pfarrer von Ebersheim, Tobias Josef Geeb. Dementsprechend fehlte beim Gottesdienst, den musikalisch die „Lyra“ gestaltete, auch eine Geburtstagstorte nicht.

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