Große Begeisterun g unter Kindern und Erwachsenen: Das Schiff kostet so viel wie der gesamte erste Kindergarten der Gemeinde. Foto: Helene Braun

WEISENAU –Samstag, 15 Uhr, im Außenbereich der katholischen Kita St. Elisabeth: Pfarrer Christian Nagel segnet das brandneue riesige Piratenschiff, Verwaltungsratsvorsitzender Manfred Ruhs tauft es auf Wunsch der Kinder auf den Namen „Seeräuber“ und Trägerbeauftragte Monika Kremer verteilt die Schätze, die aus der kindgerecht befüllten „Sektflasche“ fallen. Nach dreijähriger Vorbereitungszeit ist nun endlich das Ziel erreicht. Es war eine schwere Geburt, aber die Mühen haben sich gelohnt. „Viele hatten schon lange nicht mehr daran geglaubt, dass es noch gelingt“, sagte Manfred Ruhs bei der akademischen Feier zuvor. Das XXL-Piraten-Aktivschiff im Playmobil-Design, ein einzigartiges Spielgerät der Stiftung Kinderförderung von Playmobil, fördert nun die motorische Entwicklung der zurzeit 65 Kitakinder und sorgt für Bewegung, Spielspaß und jede Menge Abenteuer auf hoher See. Am 28. Juni 2016 hatte sich der Förderverein an die Playmobil-Stiftung mit dem Antrag gewandt: „Wir träumen von einem Playmobil-Aktivschiff für unsere Außenanlage.“ Über drei Jahre dauerte die Verhandlungs-und Planungszeit aus unterschiedlichen Gründen. Angefangen mit dem beabsichtigten Fällen eines Baumes über die Neuanpflanzung bis hin zu einer Baugenehmigung für ein fliegendes Bauwerk.

Das Schiff hat eine Länge von12,50 Metern, eine Höhe von 6,55 Metern und eine Breite von 8,80 Metern. Die benötigte Freifläche inklusive Freischutzfläche beträgt 22 Meter Länge und 11 Meter Breite. Es passt hervorragend in das pädagogische Konzept der Kindertagesstätte St. Elisabeth, das dem täglichem Freispiel an der frischen Luft eine große Bedeutung beimisst. Denn das neue Spielgerät animiert die Kinder zusätzlich. Es lädt Kinder unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Gruppen zum gemeinsamen Rollenspiel ein. Und dass das funktioniert, bewiesen Leiterin Magda Arros und die Kinder in ihren Piratenkostümen und mit Liedern und Tänzen. Florian Löffler von der Stiftung Kinderförderung von Playmobil zitierte bei der Schiffsübergabe den Playmobil-Gründer und Stifter Horst Brandstätter zur Idee der seit 2009 gebauten Aktivschiffe: „Jenseits von Fernsehen und Computer brauchen unsere Kinder vor allem Bewegung, um sich geistig und körperlich gesund zu entwickeln. Kinder zur Bewegung zu zwingen macht keinen Sinn.“ Um hierzu einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, habe die Stiftung Kinderförderung von Playmobil bereits 23 Aktivschiffe an Kindereinrichtungen gegeben, betonte Löffler. Anschließend übernahmen die 65 Kindergartenkinder das Steuer -begleitet von einem bunten Rahmenprogramm, das vom Kitateam, dem Förderverein und der Elternvertretung liebevoll vorbereitet worden war.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.