INGELHEIM – Das Cover des 1979er-Erfolgsalbums „Breakfast in America“ der britischen Band Supertramp zählt zu den Originellsten der Popgeschichte: Es zeigt eine fröhliche amerikanische Diner-Kellnerin in Pose der Freiheitsstatue vor der New Yorker Skyline in Form von Salz- und Pfefferstreuern sowie weiterer Küchenutensilien. Statt Fackel und Unabhängigkeitserklärung hält sie ein Glas Orangensaft und die Speisekarte in den Händen. Aber nicht nur das Cover ist legendär, sondern auch die Musik, denn das Album erreichte in vielen Ländern Platin-Status, auch in Deutschland. Anlässlich von 40 Jahre „Breakfast in America“ ist Supertramp-Mitbegründer und Sänger Roger Hodgson – der Mann mit der hohen Falsettstimme – nun auf großer Welttournee. Dabei rockte er jetzt Ingelheim mit einem exzellenten zweistündigen Open-Air-Konzert vor rund 3000 Zuschauern auf dem idyllischen Areal an der Burgkirche.

Zu Beginn schreitet der Meister langsam und lässig über die Bühne, setzt sich an das Keyboard und startet den Abend mit „Take the long Way Home“. Ihn unterstützen ausgewählte Musiker aus New York und Kalifornien. Beim legendären Mundharmonika-Solo des Liedes brandet spontaner Beifall auf. Es folgen weitere Klassiker wie das mit viel Hall abgestimmte „School“ und der schwungvolle Titelsong „Breakfast in America“. Roger Hodgson ist bei bester Stimme und ebenso wie das Publikum in bester Laune. Zwischendurch wird er politisch: Deutschland sei in diesen wirren Zeiten, „in denen die ganze Welt ausrastet“, ein „Zentrum der Vernunft“. Er findet sogar die Zeit, etliche Zuschauer in den benachbarten Weinbergen, die „lau für umme“ das Konzert genießen, extra zu begrüßen.

Lediglich das Geläut der Burgkirche pünktlich um 20 Uhr stört ein bisschen, wird aber von den Musikern, die hervorragend aufeinander abgestimmt sind, elegant umschifft. Im Mittelteil des Konzertes erklingen auch Sololieder von Roger Hodgson wie „Had a Dream“. Ein Highlight ist dann der „Logical Song“ mit dem legendären Saxofon-Solo. Die kleine Rocksinfonie „Fools’s Ouverture“ beendet das Konzert, das mit zwei Zugaben gekrönt wird: „Give a little bit“ und das fröhliche „It’s raining again“. Die meisten Zuschauer sind von ihren Stühlen aufgestanden und tanzen. Dieses exzellente Konzert weckte Erinnerungen an die berühmten guten, alten Zeiten. Im Vorprogramm unterhielt die Mainzer Band Hanne Kah mit mehrstimmigem Folkrock.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.