Wer hätte das gedacht? Das Verddelsfest ist ein riesiges Volksfest im Schlesischen Viertel. Foto: Helene Braun

OBERSTADT –Die spitzgiebeligen Häuser stehen in Reih` und Glied im Schlesischen Viertel, still, mit ihren Vorgärten und unberührt vom Rest der Stadt. Aber einmal im Jahr steppt hier der Bär. Beim Verddelsfest kamen wieder mehr als 500 Gäste zusammen und als am Samstag Oliver Mager seinen Dank in einem Meenzer Lied ausdrückte, schien die Grünfläche schier aus allen Nähten zu platzen. Bereits zum 5. Mal feierte der 2017 gegründete Verddelsverein das beliebte Verddelsfest im Schlesischen Viertel auf der Wiese zwischen Oder-und Beuthenerstraße. Die Vereinsgründung hat die zuvor lose Initiative von Nachbarn und Anwohnern des Viertels vollzogen, um ihrer Förderung sozialer und kultureller Beziehungen einen formalen Rahmen zu verleihen. Der Erlös des Festes geht jedes Jahr an ein regionales soziales Projekt. Diesmal kommt er dem Mädchenhaus Mainz zugute. An einem Stand informierten die Mitarbeiter über ihre Arbeit, andere Vereine wie Juvente sorgten für Schmackhaftes, ein Hobbyimker aus der Oberstadt bot seinen Honig an und am Ende der Anlage ließen die vielen Tische und Sitzgelegenheiten noch Raum für einen Flohmarkt und eine Pflanzenbörse. Eine Schmuckkünstlerin zeigte ihre Werke und bot sie feil. Und die Feuerwehr hatte ein Löschfahrzeug dabei, das man besichtigen konnte.

Reges Treiben beherrschte die Szenerie und eifriger Austausch. Außer einem Wein und Bierstand bot das Fest Crêpes, Austern, Kuchen, Flammkuchen, Würstchen, einen Kaffeewagen und vieles mehr. Vorsitzender Michael Blum sagte: „Wir wollen, dass sich die Nachbarn besser kennenlernen im Schlesischen Viertel.“ Dann wolle man versuchen, die Bemühungen auf die gesamte Oberstadt auszudehnen. Man habe überlegt, noch unter Ortsvorsteherin Ursula Beyer und mit deren Unterstützung, was man dafür tun könne. Von den Gastronomen beim Fest ist zwar nur noch einer übrig, doch hungern musste deswegen niemand. Blum: „Jedes Jahr haben wir etwas anderes und jedes Jahr kommt der Erlös einem anderen sozialen Zweck zugute.“ Im letzten Jahr war es der Verein Meenzer helfe Meenzer, den Oliver Mager vertritt und der für den Empfang der Spende von 2500 Euro das Thaddäus-Heim ausgewählt hatte. Als Highlight konnten auf jeden Fall auch der Open-air-Gottesdienst der Melanchthongemeinde und der anschließende Jazz-Frühschoppen am Sonntag gelten. Der Melanchthon-Kindergarten betreute die jüngsten Gäste und bot viele Attraktionen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.