DRAIS – Viele Jahre war Herbert Schäfer (CDU) der dienstälteste Ortsvorsteher in Mainz. Doch die Ära des 1994 erstmals gewählten und bei den Kommunalwahlen danach immer wieder bestätigten Finther Ortsvorstehers ist vor einigen Tagen zu Ende gegangen. Schäfer war bei der jüngsten Kommunalwahl nicht mehr für das Amt angetreten, wurde inzwischen von Manfred Mahle (SPD) abgelöst.

Jetzt gab es in der Draiser Ortsverwaltung eine schöne Geste: Im Beisein zahlreicher neu gewählter, wiedergewählter und ehemaliger Ortsvorsteher und Ortsvorsteherinnen übergab Herbert Schäfer dem Draiser Ortsvorsteher Norbert Solbach (CDU) die sogenannte Speerspitze. Denn jetzt ist Solbach, der 1995 erstmals zum Ortsvorsteher gewählt wurde, der dienstälteste der multipolitischen Riege.

Norbert Solbach (vorne, 2. v. re.) ist jetzt der dienstälteste Ortsvorsteher. Sein „Vorgänger“ Herbert Schäfer (links daneben) überreichte ihm dafür die Speerspitze. Foto: Ralph Keim

Dabei betonte Schäfer noch einmal, wie er das Amt des Ortsvorstehers beziehungsweise der Ortsvorsteherin definiert: „Wir sind das Bollwerk zwischen Bürgern und Verwaltung. Wir sind die Speerspitze.“ Schäfer kündigte an, mit den jetzt zahlreich gewordenen Ex-Ortsvorstehern und Ex-Ortsvorsteherinnen, darunter Eleonore Lossen-Geißler aus Mombach und Matthias Gill aus Ebersheim, eine Initiative zu bilden, die mit Meinungen und Stellungnahmen zum politischen Tagesgeschäft nicht geizen werde.

Die Speerspitze ist natürlich keine Waffe, sondern hat symbolischen Charakter. Foto: Ralph Keim

Die amtierenden Ortsvorsteher treffen sich turnusgemäß zweimal im Jahr. Aus ihrer Mitte werden sie demnächst noch zwei Sprecher wählen.

Für Erheiterung und für Kopfschütteln sorgte bei der geselligen Runde in der Draiser Ortsvorwaltung die Neuigkeit, dass der Finther Landwirt Ludwig Schmitt seit knapp vier Jahrzehnten Parteimitglied sowohl der CDU als auch der SPD sein soll.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“