Tabea Rößner will erste Oberbürgermeisterin von Mainz werden. Foto Helene Braun

MAINZ – Am Vorabend bei einem Sturz mit dem Fahrrad den Ellbogen gebrochen, in der Nacht operiert, erschein Tabea Rößner am nächsten Vormittag dennoch pünktlich zur Pressekonferenz im „Hintz und Kunz“. Nur die Bewerbungsunterlagen für das Amt der Oberbürgermeisterin hatte sie noch in der Hand, um sie anschließend noch im Rathaus abzuliefern. Ihre eigenen Befindlichkeiten stellt sie dafür hintan. Tabea Rößner (Grüne) will die erste Oberbürgermeisterin in Mainz werden. Dann wäre sie auch die erste Grüne Oberbürgermeisterin in Deutschland, wie Grünen-Kreisvorstandssprecherin Katharina Binz zum beginnenden Wahlkampf bemerkte. „Es gewinnt nicht der, der zuerst losgelaufen ist, sondern wer zuerst im Ziel ankommt.

Im beruflichen und politischen Leben als Journalistin war Tabea Rößner als leitende Redakteurin, als Stadträtin und Ortsbeirätin, als Aufsichtsratsmitglied tätig. Seit 2009 ist sie Mitglied des Bundestages. Sie sagte: „Ich stelle mich zur Wahl mit einem Programm, das der Klimakrise in Mainz begegnet durch mehr Grün der Stadt, mehr Wald, durch nachhaltiges Bauen, mehr Energieeffizienz durch einen besseren Nahverkehr und bessere Radwege und das gleichzeitig auch den Zusammenhalt in der Stadt stärkt.“ Rößner ist in dem Zusammenhang auch für eine ganzheitliche Betrachtung der Stadtentwicklung und damit verbunden für mehr ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Verwaltung. Sie postuliert: Keine weitere Bebauung, und schon gar nicht ein neuer Stadtteil in Wasserschutzgebieten, Kaltluftentstehungsgebieten oder Frischluftschneisen. „Wir dürfen Mainz nicht in den Schwitzkasten nehmen.“

Zwei Punkte aus ihrem Programm hob die Tochter eines Pfarrers besonders hervor: Die Klimakrise und die digitale Stadt. Bushaltestellen sollen begrünt und Fassaden und Dächer mit Solarzellen und Grün ausgestattet werden, wo es möglich ist. Versiegelungen sollen zurückgebaut werden, etwa auf Schulhöfen. „Mainz hat eine Waldfläche von 2,3 Prozent, Frankfurt eine von 14,7 Prozent. „Wir sollten zehn Prozent Waldfläche anstreben und sowohl den Lennebergwald wie auch den Ober-Olmer Wald aufforsten“, sagte Rößner, auch mit Blick auf die großen Schäden, die der Lennebergwald durch Unwetter erlitten hat. Klar, dass dies langfristige Maßnahmen sein müssten.

Zur klimaverträglichen Mobilität: „Wir brauchen mehr Raum für Radrouten und Verbindungswege zwischen den Stadtteilen. Auch elektrifizierte Busse würden als Option geprüft oder autonome Straßenbahnen, die nicht auf Gleisen fahren. „Ich bin davon überzeugt, dass Mainz zur Smarten City werden muss.“ Green Smart City sei das Stichwort, denn die Digitalisierung biete Chancen für einen effizienteren Ressourceneinsatz. Seien es Parkplätze mit Sensoren, einer App, die die schnellste Route anzeigt oder smarte Lösungen bei Ampelanlagen, der Möglichkeiten gebe es viele. Auch das Ratsinformationssystem soll zu einer benutzerfreundlichen Beteiligungs- und Dialogplattform ausgebaut werden. Das alles kostet Geld und daher will Tabea Rößner die Wirtschaftsförderung zur „Chefinsache“ machen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.