Gemeinsam die Trauer und Freude verbinden: Mike Janz, Daniel Meuren, Christoph Babatz, Thomas Zampach, Nia Künzer, Nicole Sieben, Silvan Sieben und Gisbert Heppel (von links). Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
HECHTSHEIM – Nicht in der Trauer gefangen bleiben, sondern Wege finden, am Leben teilzunehmen, ja Freude daran zu empfinden. „Das ist das Ziel unseres Vereins“, sagte die Vorsitzende von „Trauernde Eltern und Kinder Rhein-Main“, Irene Heppel, am Rande des 2. Benefiz-Fußball-Turnier zu Gunsten des Vereins.
Mit dem Kleinfeld-Turnier auf dem Fußballplatz der Hechtsheimer Bezirkssportanlage startete der Verein zum zweiten Mal den Versuch, ein schmerzhaftes Thema mit einer Spaßveranstaltung zu verbinden.
Heppel weiter: „Wir wollen die Trauernden wieder zurück ins Leben führen und mit dem Turnier zeigen, dass der Weg möglich ist.“ Jeder brauche seine Zeit, um zu trauern, auch der Prozess dauere seine Zeit, so die Vorsitzende. „Aber wir zeigen, dass wir wieder Spaß am Leben haben können und dass es wieder aufwärts gehen kann.“
Spannende Fußballspiele standen auf dem Programm. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

Die Schirmherrschaft für das Turnier übernahm Nia Künzer. Die Fußball-Weltmeisterin und Botschafterin des Vereins habe „persönlich keinen derart schweren Schicksalsschlag erlebt“, sagte sie der Lokalen Zeitung. „Die Arbeit des Vereins ist sehr emotional und verdient jede Förderung.“  Aus dem gleichen Grund sei es nicht leicht, Unterstützer zu finden. „Um so mehr war es für mich klar, dass ich helfe“, betonte die ARD-Expertin.
Die Balance sei schwierig: „trotz des ernsten und persönlichen Themas die Freude am Leben zu erhalten oder sie wieder zu gewinnen“. Sport sei für viele Menschen ein Weg, um Ablenkung zu finden oder seine Grenzen auszutesten, „aber auch Wut und Trauer zu verarbeiten“. Künzer hob die Rolle der Gemeinschaft hervor, bei der es zum Austausch untereinander kommen könne.
Der in Hechtsheim ansässige Verein, der im Jahr 2017 sein 20-jähriges Jubiläum beging, bietet Eltern, Geschwistern, Jugendlichen und Kindern intensive Trauerbegleitung an. Im Jahr nutzen über 400 Trauernde die Angebote. Auch Nicole Sieben fand Unterstützung. „Vor fünf Jahren habe ich meinen Sohn verloren.“ Mittlerweile arbeitet Sieben im Vorstand. „Die Idee des Turniers ist ja, die beiden Seiten, das Lachen und Weinen, unter einen Hut zu bringen. Ich lache heute und ich habe heute auch schon geweint.“Sie sei zwar traurig, dass ihr Sohn nicht mehr da sei, aber „ich bin froh, dass ich es schaffe, weiter zu leben: mit meinem Mann und meinem weiteren Sohn“.
Neben der vereinseigenen Mannschaft (Himmelsstürmer) mit betroffenen Eltern und Geschwistern kickten beim Turnier: die Traditionself von Mainz 05 (Platz 1) und die Sieger des Vorjahres, die Alten Herren des MTV 1817 mit Unterstützung des Teams „Seven to Heaven“ (Platz 3). Darüber hinaus: das Team von „DFH Fertighaus Simmern“ (Platz 2), die „Special Olympics“ von Lotto, „Metro 6 Mainz“, Ente Bagdad, die Facebook-Gruppe „Lust auf Mainz“, „Wiwin-Consult“, Kanal Grün, Kullmann-Abwasserservice sowie ein Aufgebot der Telekom und der Deutschen Bank. Mit dabei auch das Team von Physiotherapie Benrath und die Fußballer vom VfB Bodenheim.

Kontakt: Trauernde Eltern & Kinder Rhein-Main / Carl-Zeiss-Straße 32 / 55129 Mainz
www.eltern-kinder-trauer.de, Email: kontakt@eltern-kinder-trauer.de
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