Ein paar Geschenke und Blumen gab es zum Willkommensgruß von OB Ebling (Re.) für Gerold, Anne und Paul Tandler. Foto: Helene Braun

MAINZ – Ob nun der zehnmonatige Paul Tandler der 220.000 Bürger der Stadt Mainz ist, seine Mutter oder sein Vater oder doch ein anderer, könne man so genau nicht sagen, erklärte Oberbürgermeister Michael Ebling. Täglich gebe es Anmeldungen und auch Anmeldungen. Fakt ist, eine weitere Schallgrenze der „Schwarmstadt mit Wachstumsschmerzen“ ist überschritten. Bürgeramtsleiter Andreas Drubba hat am Tag des Empfangs und der Begrüßung im Mainzer Rathaus 220.574 „gezählt“. Stichprobenartig aus einem bestimmten Zeitraum herausgepickt und eingeladen wurde die Familie Tandler mit Vater Gerold uns Mutter Anne. Untereinander beschloss man kurzerhand, der kleine Paul solle dieser Bürger sein, zumal er sich rege am Gespräch beteiligte, soweit das mit zehn Monaten möglich ist. Und machte sich damit zum „Mainzer Bürger der Herzen“, wie Ebling formulierte.

OB Ebling verglich noch ein paar Zahlen, um den Trend nachzuweisen. 2009 waren es waren es 199750, 2015 konnten wir die 210.000 Einwohnerin begrüßen, 2018 wurde bereits stand man der Schwelle und überschritt die 200.000.“ In zehn Jahren sind 20.000 Neubürger hinzugekommen. „Das sind ungefähr so viele, wie im ganzen Stadtteil Bretzenheim wohnen.“

Die Wachstumsschmerzen gebe es in den einen oder anderen Punkten, räumte Ebling ein, sie beträfen den Ausbau und die Optimierung der Infrastruktur, was mit erheblichen Kosten verbunden sei. Kindergärten schießen seit Jahren wie Pilze aus dem Boden, Wohnraum wird geschaffen, doch das Ziel ist noch nicht ganz erreicht. Die Familie konnte Ebling in Bezug auf einen Kitaplatz beruhigen: „Es gibt schließlich einen Rechtsanspruch.“ Die wundersame Vermehrung sieht Ebling als Chance und Herausforderung zugleich, zuversichtlich dass es gelinge, die Menschen auch in Mainz zu halten. Studien hätten ergeben, dass der Trend sich fortsetze, gab es doch auch einmal eine Zeit, wo viele die Großstädte, nicht nur Mainz, verließen, um auf das nahe Land zu ziehen. Man erinnere sich an den Begriff Speckgürtel.

Was Familie Tandler von Berlin nach Mainz, genauer nach Gonsenheim, verschlagen hat, ist in der Arbeit von Gerold Tandler begründet, der nun „ein bisschen außerhalb von Mainz“ im Anlagenbau tätig ist. Eher prosaisch, aber es gibt auch einen romantischen Part. Als Gerold bereits einmal in Mainz wohnte, lernte er seine Berliner Frau kennen. Anne Tandler stammt gebürtig aus Stralsund.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.