Den Fassanstich kann der Ortsvorsteher allein bewältigen, beim Einschenken half die Jugend mit. Foto: Helene Braun

WEISENAU – In der Not rücken die Menschen bekanntlich zusammen, das ist eine alte Weisheit. So auch beim Unwetter über dem Tanzplatz, gerade als Ortsvorsteher Ralf Kehrein die Kerb eröffnen wollte. Der Stand des Jugendzentrums mit dem für den Abend vorbereiten Airbrush-Tattoo-Angebot flog mitsamt den Utensilien durch die Lüfte, doch Kehrein und weitere waren sofort zur Stelle zu helfen und kurzerhand quartierte man den Pavillon in den Hof der Ortsverwaltung.

Gute Laune bei der Kerbeeröffnung dem Regen zum Trotz: v.l. Werner Hörter, Christel Ehrlich, Ralf Kehrein, Christian Nagel und Lukas Augustin. Foto: Helene Braun

Pfarrer Christian Nagel und die ehemaligen und aktuellen Ortsbeiratsmitglieder Christel Ehrlich, Werner Hörter und Lukas Augustin beobachteten die Szenerie gut beschirmt. Viele weitere Gäste drängten sich unter die Dächer der Stände wie dem der Jugendlichen des Kerbejahrgangs, die zusammen mit ihren „Stellvertretern“, den Kerbeerfahrenen, eine präsentable Gruppe bildeten, die Gesetze verlasen und lauthals sangen. Die Kerbebobb` Felix ist Vergangenheit, nun ist es die „Highdi“, die am Ende verbrannt wurde.

Beim Fassanstich hatte Schausteller-Chef Aldo Sottile, der immer gerne bereit ist zu helfen, nichts zu tun. Dafür ist der Ortsvorsteher schon zu erfahren und er war es auch, der Stimmung machte und energisch gewillt war, die Menge zum Lachen zu bringen und das Unheil von oben zu negieren. „So etwas haben wir seit 28 Jahren nicht mehr erlebt, aber irgendwann musste es ja mal sein“, betrachtete der Ortsvorsteher die Wetterlage von der statistischen Seite, schwang den Hammer mit voller Kraft und sah umso glücklicher aus, je mehr die Klänge des Sound of Weisenau die Wolkendecke auseinander trieben. Möglichweise habe auch Pfarrer Nagel mit seinem guten Draht „nach oben“ dazu beigetragen.

Während zu dieser Zeit die Fahrgeschäfte noch leer waren, machte Kehrein auf das weitere Programm aufmerksam, denn keinesfalls verpassen solle man die Einbürgerung, durch die man echter Weisenauer für zwölf Monate werden kann. Wie immer bot das Jugendzentrum an allen Tagen Beschäftigung und Belustigung für Kinder. Nicht fehlen durfte auch der Sonntagsgottesdienst mit anschließendem Marsch zum Kerbeplatz zum Frühschoppen. Ruderverein, Einigkeit, SVW, CCW, TVW, Handballer und Geschichtsverein, alle beteiligen sich an der Kerb. Die Freiwilligen Feuerwehrleute, für Kehrein die „Helden der Kerb“, hatten zuvor einen Brand im Haus gelöscht, in dem auch der Ortsvorsteher mit seiner Frau wohnt.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.