David Gerstein in seinem Pseudo-Atelier in der Ausstellung. Foto: Elke Fauck

MAINZ – Die Stadt wird bis zum 25. August zur Kunstmetropole, und ihr Fokus liegt in der Augustinerstraße. Eine Woche nach der im Erdgeschoss des Frankfurter Hofes eröffneten „#Art4GlobalGoals“ sind nun im ersten Stock 800 Werke von drei namhaften Künstlern zu bestaunen: Friedensreich Hundertwasser, James Rizzi und David Gerstein bilden mit ihren farbenfrohen Werken einen wunderbaren Einklang. Weltweit erstmalig sind Exponate dieses Trios zusammen zu sehen und zeigen eine harmonische gegenseitige Ergänzung, die sich die Farbvielfalt zu eigen gemacht haben. Friedensreich Hundertwassers selbst angemischte Farben ließen seine Werke zu Trägern einer unglaublichen Strahlkraft werden. Selbst in seine architektonischen Werke ließ der Künstler die Farbgewalt mit einfließen. Ebenso farbenprächtig – dazu in 3D-Optik und mit viel Liebe zum Detail – kommen die Werke des amerikanischen Künstlers James Rizzi daher. Bereits 2008 und 2014 waren Arbeiten des New Yorker Pop-Art-Künstlers in Mainz zu sehen. Bei der ersten Ausstellung in der Rheingoldhalle – kurz vor Rizzis Tod – war er noch selbst zur Eröffnung anwesend. Der dritte im Bunde – David Gerstein – kam zur Ausstellungseröffnung aus Israelangereist und gab einen ausführlichen Überblick was die Details seiner Kunst betrifft. Der 1944 in Jerusalem geborene Gerstein zählt zu den bedeutendsten Skulpteuren weltweit und hat mit seiner Kunst eine ganz eigene Sprache erschaffen.

Schon in frühester Jugend begann er mit der Malerei, später hat sich sein Interesse zunehmend auf Skulpturen aus Stahl verlagert. „Die Quelle ist die Erinnerung an meine Kindheit“, berichtet Gerstein. Farbe, Bewegung und Dreidimensionalität bezeichnet er als wesentliche Grundlagen. Seine positive Lebenseinstellung möchte er durch seine Werke weitergeben. „Die Ausstellung wird bunt und fröhlich, ich wünsche mir viele lächelnde Gesichter“, blickt der 75-jährige freudig voraus. Seine Kunstrichtung, die er selbst als Post-Pop-Art bezeichnet, basiert auf drei wesentlichen Elementen: Fahrräder, Schmetterlinge und Lippen. Seine Leidenschaft für Fahrräder, die man in vielen seiner Werke entdecken kann, führt er auf Kindheitserinnerungen an seine Mutter, die damals in einem kleinen Dorf bei Tel Aviv häufig mit dem Rad unterwegs war, zurück. Die von ihm ebenso oft in vielen Variationen dargestellten Schmetterlinge signalisieren Freude und Freiheit, während die Lippen in Anlehnung an Pop-Art sind, allerdings bei Gerstein ebenfalls meist in Verbindung mit Schmetterlingen. Eine Ausstellung ist bis 25. August montags bis samstags von 11 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr im Frankfurter Hof zu sehen ist.

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Elke Fauck
Seit November 2013 arbeite ich als freie Mitarbeiterin für die Lokale Zeitung. Hauptsächlich schreibe ich für Gonsenheim, Mombach und Finthen – aber auch gelegentlich andere Vororte oder die Innenstadt. Ich favorisiere kulturelle Veranstaltungen wie Vernissagen, Konzerte etc., auch während der Fastnachtszeit bin ich sehr gerne für die Lokale unterwegs. Doch die Mischung macht’s – deshalb berichte ich über alle Themen.