Im Ratssaal überreichte OB Ebling Stella Schindler-Siegreich den Ehrenring der Landeshauptstadt. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Hohe Auszeichnung für eine über die Maßen engagierte Persönlichkeit: Oberbürgermeister Michael Ebling überreichte Stella Schindler-Siegreich für ihr langjähriges Engagement als Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz den Ehrenring der Landeshauptstadt. Der Name Stella Schindler-Siegreich ist eng verbunden mit einem für die Stadt wichtigen Projekt: den Bau der Synagoge in der Neustadt.

Vielleicht unscheinbar, aber von großer Bedeutung als Auszeichnung ist der Ehrenring. Foto:
Ralph Keim

Der OB erinnerte in seiner Rede an das Jahr 2004: Damals wurde Stella Schindler-Siegreich zur Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Mainz gewählt, der sie acht Jahre zuvor beigetraten war. Mit der Wahl kam sie direkt mit einem Projekt von außerordentlicher Bedeutung für die Stadt in Berührung: Der Bau und die Einweihung der Synagoge am 3. September 2010 sind eng verknüpft mit dem Namen Stella Schindler-Siegreich. „In den Jahren der Planung und des Baus waren Sie stets unsere erste und wichtigste Ansprechpartnerin“, dankte OB Ebling, der bei dieser Gelegenheit auch an die gemeinsame Bewerbung von Mainz zusammen mit Speyer und Worms sowie dem Land um Anerkennung der ehemaligen SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe erinnerte.

Stella Schindler-Siegreich kam 1948 als Kind polnisch-jüdischer Eltern im polnischen Kattowice zur Welt. Zwei Jahre später emigrierte die Familie nach Israel, siedelte 1959 nach Deutschland über. Seit 1960 lebte Stella Schindler-Siegreich in Worms, wo sie die jüdische Gemeinde kennen lernte und für die sie sich seit Beginn der 90er Jahre engagierte. Als Mitbegründerin des jüdischen Kulturvereins Warmaisa engagierte sie sich unter anderem als Stadtführerin in Worms.

Zahlreiche Gäste verfolgten die Feierstunde im Ratssaal. Foto: Ralph Keim

Vor diesem Hintergrund war es selbstverständlich, dass der kürzlich neu gewählte Wormser OB Adolf Kessel Gast der Verleihung im Mainzer Ratssaal war. Vor knapp zwei Jahren legte Stella Schindler-Siegreich den Vorsitz der Jüdischen Gemeinde nieder. „Die Zusammenarbeit mit Ihnen war immer auch von Verständnis und Zuverlässigkeit geprägt“, zollte der OB auch dahingehend der Ehrenring-Trägerin Respekt. Bereits vor 13 Monaten erhielt Stella Schindler-Siegreich von Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Zur Feierstunde im Ratssaal kamen zahlreiche politische Persönlichkeiten, darunter Alt-OB Herman-Hartmut Weyel sowie frühere Dezernenten, außerdem auch Vertreter der christlichen Gemeinden in Mainz. Stella Schindler-Siegreich selbst zeigte sich über die Auszeichnung hoch erfreut und zugleich tief beeindruckt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“