Zum 175-jährigen Bestehen des MGV 1844 Kostheim gab es einen prachtvollen Umzug, der aber auch im Zeichen der Megahitze stand. Foto: Ralph Keim

KOSTHEIM – Das war eine Herausforderung der besonderen Art: Bei 35 Grad im Schatten schlängelte sich der Festumzug anlässlich des 175-jährigen Bestehens des MGV Kostheim durch die Straßen von Kostheim. Während die Zuschauer die Möglichkeit hatten, in den Schatten auszuweichen, sahen sich die Teilnehmer des Umzugs weitgehend der prallen Sonne ausgesetzt. Möglichst luftige Kleidung, Hüte und Schirme milderten die Sonneneinstrahlung etwas ab. Außerdem hieß das Motto: möglichst viel trinken. Die Herausforderung meisterten die Kostheimer auch, indem sie – mitten im Jahr – ein fröhliches „Helau!“ riefen. Zahlreiche Ortsvereine gaben dem MGV die Ehre. Und zahlreiche Häuser entlang der Zugstrecke waren mit bunten Fahnen geschmückt. Nicht minder eine Herausforderung war das anschließende Fest der Umzugsteilnehmer im Bürgerhaus. Zahlreiche Gruppen und Gruppierungen gaben auf der Bühne Kostproben ihres Könnens. Und auch dabei kamen die Akteure ganz schön ins Schwitzen. Doch für kühle Getränke war glücklicherweise bestens gesorgt. Es war der 9. Mai 1844, als sich in Kostheim sangesfreudige Männer trafen, um einen Gesangverein zu gründen. Dem Sprachgebrauch der damaligen Zeit angebracht lautete das Motto „Mannesmut in deutscher Brust und im Herzen Liederlust“. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals zwölf Kreuzer im Monat. Im Laufe der mehr als 17 Jahrzehnte hat der MGV Kostheim eine wechselvolle, mitunter leidvolle, aber überwiegend prächtige Entwicklung genommen.

Die Mitglieder und die Aktiven erlebten allein zwei Weltkriege und mit der Zeit der Nationalsozialisten das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Im Laufe der 175 Jahre hatte der Chor 33 Chorleiter und 23 Vorsitzende. Derzeit amtiert als Vorsitzender Michael Heinz, als Chorleiter Gerhard Wöllstein. In all den vergangenen Jahren gestaltete und organisierte der MGV prachtvolle Konzerte. Zurzeit stehen über 30 Sänger im Alter von 18 bis 82 Jahren auf der MGV-Bühne. In manchen Kostheimer Familien gibt es MGV-Sänger bereits in der zweiten und sogar in der dritten Generation. Und so feiert der MGV weiter sein Jubiläumsjahr: Am 20. Juli wird um 14 Uhr die Jubiläumsausstellung im Heimatmuseum von Kostheim eröffnet. Am 24. August steht ein Freundschaftssingen im Weingut Bopp an. Am 8. September gestaltet der MGV für den Jahrgang 1939 ein Singen in der Kostheimer Michaelskirche. Am 12. Oktober gibt es einen Bunten Abend im Bürgerhaus, am 9. November das große Jubiläumskonzert im Bürgerhaus. Am 17. November endet mit dem Abschlussgottesdienst in der Michaelskirche das Jubiläumsjahr.

Teilen
Vorheriger ArtikelDas vielleicht heißeste Sommerfest
Nächster Artikel„So ein Esel wollte ich gerne sein“
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“