Eine Ehrenrunde darf nicht fehlen. Foto: Jennifer Mohr

HECHTSHEIM–Das letzte Wochenende im Juni ist für das traditionelle Spring-und Reitturnier auf den Reitplätzen in Hechtsheim in der Verlängerung der Grauelstraße reserviert. 90 Jahre gibt es den Reit-und Fahrverein 1929, der das Turnier ausrichtet, bereits .Teilnehmer aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet können sich mit ihren Pferden anmelden. Die Teilnahme am Turnier, das bedeutet auch die Anmeldung zu den Prüfungen, erfolgt nur, wenn man auch Mitglied im Verein ist. Das sehe die „Reiterliche Vereinigung“, die die Turniertermine für das Jahr ausschreibt, so vor. In diesem Jahr nahmen wieder Reiter und Reiterinnen aus dem Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalzteil, um sich in den zwei Disziplinen Springen und Dressur prüfen zulassen. Das M*-Springen mit Siegerrunde, die höchste Prüfung des Reitturniers beim RSVSW Hechtsheim, ist mit dem gleichen Ergebnis zu Ende gegangen wie ein Jahr zuvor: Berufsreiterin Lisa Sieben aus Nieder-Olm und Lepanto führten die Ehrenrunde an.„Wir haben in diesem Jahr 600 Nennungen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir auch ebenso viele Teilnehmende am Turnier zählen können, weil manche auch mit zwei oder mehreren Pferden an den Start gehen“, verrät der Zweite Vorsitzende Peter Hecker, der es vor einigen Jahren noch erlebt hat, die Teilnahmelisten auf Endlospapier bis in die Nacht zu bearbeiten, bevor diese Vorgänge durch die Elektronisierung erleichtert wurden. Alleinstellungsmerkmal des Hechtsheimers Reit-und Fahrvereins ist der Springplatz.

Im Vergleich zu anderen Plätzen bietet er ein Drittel mehr Raum, um in dem so genannten M*-Springen mit Siegerrunde, der höchsten Prüfung des Reitturniers beim RuFV1929, die Aufgaben E(einfach), A(Anfänger), L(leicht), M(mittel)und S(schwer) abreiten zu können. Die Bewässerung eines solchen Sandplatzes ist gerade bei den heißen Temperaturen unablässig. „ Da gehen an einem Wochenende schonmal gut und gerne 5000 bis 6000 Liter Wasser drauf“, sagt die Turnierleitung. Nur wenn der Boden des Springplatzes nicht trocken ist und so wenig wie möglich staubt, wird das Pferd in seinem Lauf und Sprung nicht irritiert. „ Außerdem können Fehler bei den Disziplinen auf diese Weise ausgemacht werden“, erklären zwei junge Turnierhelferinnen. Auch das bemerkenswerte Verköstigungsangebot, insbesondere das Kuchenbuffet inklusive Bewirtung, trage zu der schönen Veranstaltung bei. Die Vor- und Nachbereitung eines solchen Turniers sei ohne die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen kaum zu stemmen. Da müssen Tische und Bänke gerückt und die Springstangen nach dem Turnier wieder eingelagert werden. Von ehemals rund 300 Vereinsmitgliedern seien dem Verein noch zwischen 120 und 130 geblieben. „Genauso wie sich die ländliche Struktur in Hechtsheim über die Jahre gewandelt hat, lässt sich diese Entwicklung auch auf die Vereinskultur herunterbrechen“ ,so Peter Hecker. „ Verpflichtung ist das eine. Ohne Herzblut läuft aber nichts.“

Teilen
Vorheriger Artikel21 Kilometer bei 40 Grad im Schatten
Nächster ArtikelWar „nur“ ein Messer
Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.