Das Team mit Sozialdezernent Dr. Eckhart Lensch (4.v.li.): Barbara Schneider, Katja Wenz, Nadja Unsöld, Sausan Alkafri, Kamar Elkhawaga, Bahman Janipour und Khalid Aboudia. Foto: Jennifer Mohr

WEISENAU – Der bislang heißeste Tag des Jahres wird nicht nur aufgrund seiner Rekordtemperaturen in Erinnerung bleiben, sondern vor allem wegen des 20-jährigen Jubiläums des Pflegeangebots der „Ambulanter Dienst Gesundheitspflege“ in der Laubenheimer Straße 36 in Weisenau.

„Als Karim Elkhawaga, der heutige Eigentümer des „Haus am Römerberg“ vor sieben Jahren als examinierter Altenpfleger und Diplomfachwirt als einziger Bewerber aus der Pflege sein Interesse an dem Haus anmeldete, wusste man, das Haus kommt in gute Hände“, verrät Ortsvorsteher Ralf Kehrein.

Was 1998 mit sechs Mitarbeitern begonnen hat, wird heute von einem 79-köpfigen verantwortungsbewussten Personal getragen, darunter sechs Auszubildende pro Jahr. Bereits zwei Jahre später wird die erste Pflegewohngemeinschaft eröffnet.  Die Mitarbeiterzahlen sprächen für sich und das Haus, so der Tenor. Aktuell sucht das „Haus am Römerberg“ wieder nach neuen Teammitgliedern.

Obwohl sich das Angebot seitdem stetig erweitert hat, vor allem in Zeiten sich verändernder Pflegebestimmungen und der Lage des Wohnmarktes, kann das „Haus am Römerberg“ als „Ort der Begegnung ohne Barrieren“ in eine erfolgreiche Vergangenheit und hoffnungsvolle Zukunft blicken. Die „Ambulanter Dienst Gesundheitspflege“ war 2001 erster Anbieter einer Wohnpflegegemeinschaft.

Mit der Unterstützung solcher Wohnformen durch die Pflegekasse konnten mittlerweile 70 Plätze in der Stadt Mainz realisiert werden. „Pflegegemeinschaften sind, neben einer angemessenen Wohnraumentwicklung, die Zukunft“, stellt Karim Elkhawaga klar und auch Sozialdezernent Dr. Eckhart Lensch hebt in seinem Grußwort besonders die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hervor. Die seien eine wichtige Unterstützung für das professionelle Pflegepersonal und die Wohnraumentwicklung. „Darauf basiert unsere soziale Gesellschaft, ebenso wie die ortsnahe Versorgung das Modell der Zukunft darstellt“, bekräftigte der Sozialdezernent. Die Mitarbeiter arbeiten nach der Philosophie „Vielfalt und Selbstbestimmung – auch im Alter“. Unter der Etikette „Alltagshelfer in der Pflege“ wolle man dazu beitragen, dass Menschen unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sexueller Ausrichtung die Unterstützung erhalten, die sie für ein würdevolles Leben brauchen.

Der Schwerpunkt der „Kultursensiblen Pflege“ sei ein zusätzlicher Meilenstein in der Gesundheitspflege. Mitarbeiter aus 18 Nationen kümmern sich entsprechend der individuellen Werte, der kulturellen und religiösen Bedürfnisse um 201 Bewohner in 179 Wohneinheiten nach dem „Bielefelder Modell“. Das stütze sich auf das „Wohnen im Quartier“ und begegne somit dem demografischen Wandel. Ältere alleinlebende Menschen und Menschen mit Behinderungen benötigten Möglichkeiten der gegenseitigen Unterstützung in „quartiersorientierten Versorgungsformen“. Die Stadt und alle Kooperationspartner gewährleisteten das gemeinsam. „Dafür sind wir sehr dankbar“, lobt der Eigentümer Karim Elkhawaga. Was ihn all die Jahre angetrieben hat? „Die Freude der Menschen in ihren Augen zu sehen, gibt mir den Willen zum Weitermachen.“

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Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.