OB Ebling, Leo Thews, Dezernentin Grosse und Ortsvorsteher Huck (v. li.) enthüllten das Schild des jetzt offiziellen Dr.-Gisela-Thews-Platzes. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Sie war eine Politikerin, die in Mainz Akzente gesetzt und Spuren hinterlassen hat: Von 1988 bis 1995 amtierte die Sozialdemokratin Dr. Gisela Thews als Dezernentin, damals zuständig für die Ressorts Gesundheit, Grün, Umwelt und Stadtsanierung. Am 26. April 2014 verstarb die engagierte und mitunter streitbare SPD-Politikerin im Alter von 83 Jahren. Jetzt wurde ihr posthum eine besondere Ehre zuteil: Das als Inselplatz bekannte Areal an der Große Langgasse wurde offiziell in Dr.-Gisela-Thews-Platz umbenannt.

Die Enthüllung des dazu notwendigen Straßenschilds nahmen Oberbürgermeister Michael Ebling, Dezernentin Marianne Grosse und Altstadt-Ortsvorsteher Brian Huck zusammen mit Leo Thews, Enkel der Geehrten, im Beisein zahlreicher Familienmitglieder sowie zahlreicher politischer Weggefährten und Freunde früherer Jahre vor. Der Vorschlag, das Areal nach Gisela Thews zu benennen, war vom Ortsbeirat Altstadt gekommen und vom Stadtrat per Beschluss bestätigt worden.

In ihren Reden hoben Ebling und Grosse die Bedeutung des Engagements von Gisela Thews für die Entwicklung der Stadt hervor. OB Ebling ging zunächst auf den Werdegang von Gisela Thews ein, die am 4. Juli 1930 im norddeutschen Brunsbüttelkoog zur Welt kam. Ärztin von Beruf wurde sie 1974 erstmals in den Stadtrat gewählt. Von 1983 bis 1988 amtierte sie als Ortsvorsteherin für die vier Stadtteile Altstadt, Neustadt, Oberstadt sowie Hartenberg/Münchfeld, die längst eigene Ortsvorsteher haben.

Von 1988 bis 1995 war sie Dezernentin für Gesundheit, Grün, Umwelt und Stadtsanierung, damals einzige Frau im Stadtvorstand. In dieser Funktion plädierte sie bereits vor mehr als drei Jahrzehnten, dass Wohnen ein bezahlbares Gut sein müsse. Gisela Thews engagierte sich zudem als Landesvorsitzende bei Pro Familia. Auf ihre Initiative hin wurde 1987 das Frauenbüro der Landeshauptstadt Mainz eingerichtet. „Von zeit zu Zeit trampele ich mit den Füßen auf den Boden, aber ich beruhige mich auch immer wieder“, zitierte OB Ebling die profilierte Politikerin.

„Gisela Thews wäre erfreut über den Anblick, den der nach ihr benannte Platz heute bietet“, verwies Dezernentin Grosse darauf, dass der Inselplatz früher nicht mehr war als ein nicht gerade ansehnlicher Parkplatz. Erst mit der Neugestaltung der Große Langgasse habe sich das Areal mit seiner Bepflanzung und seinen Spielmöglichkeiten für Kinder zu einem Schmuckstück entwickelt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“