Die künftige Ortsvorsteherin Tatiana Herda Munoz (3. von links) feierte ihren Erfolg auf dem Hechtsheimer Feuerwehrfest. Foto: Oliver Gehrig

HECHTSHEIM – Die Hechtsheimer SPD hat 45 Jahre nach Willi Knödler (1969-1974) den Vorsitz im Hechtsheimer Ortsbeirat zurückgewonnen. Bei der Ortsvorsteher-Stichwahl zur Kommunalwahl setzte sich jetzt SPD-Herausforderin Tatiana Herda-Munoz mit 57,1 Prozent der Wählerstimmen gegen Amtsinhaber Franz Jung (CDU) durch, der 42,9 Prozent der Stimmen erreichte. Bei der konstituierenden Sitzung des Hechtsheimer Ortsbeirates am Dienstag, 20. August, um 18 Uhr in der Ortsverwaltung, Morschstraße 1, wird Tatiana Herda Munoz als neue Ortsvorsteherin eingeführt.

Ihren Erfolg feierte die Sozialdemokratin im Kreise der Genossen beim Hechtsheimer Feuerwehrfest. „Das ist das Ergebnis der starken Präsenz im Ort und einer starken Teamleistung“, sagte Munoz und dankte dem Ortsverein, der Stadt-SPD und den Jusos für ihre Hilfe im Wahlkampf. Auch OB Michael Ebling und Kulturdezernentin Marianne Grosse hätten sie vor Ort unterstützt. Empathie und Zuhören können seien weitere Geheimnisse ihres Erfolges. Die künftige Ortsvorsteherin will sich für eine lebendige Hechtsheimer Ortsmitte mit vielen Einkaufsmöglichkeiten sowie für eine stärkere Information und Teilhabe der Bürgerschaft einsetzen. Die gebürtige Mexikanerin wohnt seit vier Jahren in Hechtsheim und berät Kommunen im Bereich digitale Medien. Den drohenden Patt im Ortsbeirat sieht sie gelassen. „Wir wollen gut zusammenarbeiten, ich freue mich auf die nächsten fünf Jahre.“

Ortsvorsteher Franz Jung zeigte sich enttäuscht über den Wahlausgang. „Ich habe mir mehr erhofft und zumindest ein knappes Ergebnis erwartet, aber der Wähler hat so entschieden“, sagte der Christdemokrat. Er erinnerte daran, dass einige Ortsvorsteher abgewählt wurden. „Momentan zählt anscheinend nicht das, was im Stadtteil geleistet wurde.“ Nun sei Tatiana Herda Munoz in der Verantwortung. Ob er dem neuen Ortsbeirat angehören wird, ließ Franz Jung offen.

Der neue Hechtsheimer Ortsbeirat: Ortsvorsteherin: Tatiana Herda Munoz (SPD); CDU: Franz Jung, Konrad Meier, Hans-Peter Bohland, Markus Steffen; SPD: Tatiana Herda Munoz, Jan-Dustin Kley, Margret Kindgen, Nachrücker: Klaus Euteneuer (für Munoz); Grüne: Sieglinde Quast-Stein, Jürgen Linde, Regina Molitor; Freie Wähler: Reinhard Schwarz; FDP: Birgit Zehe-Clauß; ÖDP: Prof. Felix Leinen.

In Bretzenheim machte Ortsvorsteherin Claudia Siebner (CDU) mit 52,3 Prozent in einem wahren Wahlkampfkrimi gegen Fabian Ehmann (Grüne, 47,7 Prozent) das Rennen. In Weisenau siegte Ortsvorsteher Ralph Kehrein (SPD) klar mit 67,6 Prozent gegen Robert Opara (Grüne, 33,4 Prozent). Knapp war es in Ebersheim, wo Herausforderin Anette Odenweller (CDU) am Ende mit 53,5 Prozent gegen Ortsvorsteher Matthias Gill (Grüne, 46,5 Prozent) vorne lag.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.