An einer Feuerstelle konnten die Fackel-Spaziergänger eine kleine Rast einlegen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

EBERSHEIM . Die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Eingemeindung von Ebersheim in die Stadt Mainz haben einen würdigen Höhepunkt erhalten. Zur Erinnerung an den 50. Jahrestag hatte der Gewerbeverein des südlichsten Mainzer Stadtteils am Vorabend der Ebersheimer Weinwanderung zu einer Fackelwanderung durch die Weinberge der Gemarkung eingeladen. „Etwas Schöneres habe ich in meinem Leben nicht erlebt. Das werde ich nie vergessen“, teilte eine junge Teilnehmerin ihren Eltern mit. Der aufgeschnappte Satz des Mädchens spiegelte die Stimmung unter den geschätzt über 100Teilnehmernwider. Darunter auch Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). „Wir erinnern daran, dass vor 50 Jahren auf den Tag genau Ebersheim ein Teil von Mainz wurde. Darüber können alle Mainzer froh sein.“ Ein vergleichbares Fest sei ihm nicht bekannt, so Ebling. „Ich finde es eine schöne Idee, die uns gut auf die morgige Weinwanderung vorbereitet. Man hat schon in der Dunkelheit die Wege erkundet und man findet es morgen umso leichter.“ Nach einem Auftakt am alten Wasserhäuschen am Rande der Weinberge, das gegen 20 Uhr immer mehr Wanderer anlockte, brach der Fackelzug bei Anbruch der Nacht kurz nach 22 Uhr auf einen etwa dreieinhalb Kilometer langen Weg auf. Die Unterstützung für die Organisatoren leisteten örtliche Vereine und Winzer. Mit dabei waren unter anderem der Radsportverein, der Kerbeverein und die Landfrauen sowie das Weingut Becker. Die gute Aussichtließ den Blick bei ausgezeichneten Sichtverhältnissen bis nach Frankfurt und gar bis zum Odenwald schweifen.

 

Das Farbenspiel des Abendhimmels, das mit dem Schimmer der Fackeln interagierte, erzeugte eine Stimmung, die nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die jüngsten Teilnehmer erkennbar genossen. Wer nicht ins Gespräch vertieft war, bestaunte bei frühsommerlichem Abendwind die Lichter der umliegenden Gemeinden. Ein Highlight erwartete die Fackel-Spaziergänger nach etwa einem Kilometer: eine Station mit einer Feuerstelle und Sitzgelegenheiten auf Holzkisten mit Kissen, wo „Bunte Familienzeit“, Mitglied im Gewerbeverein, Stockbrot, Würstchen und Getränke anbot. „Super, ich bin vom Engagement aller, die die Fackelwanderung mit uns organisiert haben, total begeistert“, lautete das Resümee des Vorsitzenden des Gewerbevereins, Jürgen Alsfasser. „Es war ja das allererste Mal, die Leute wussten nicht genau, was auf sie zukommt.“ Für den Stadtteil bedeute die Wanderung ein Alleinstellungsmerkmal. Eine Wiederholung könne er sich sehr gut vorstellen, so Alsfasser. „Zum 100. Jubiläum?“ -„Nein, im nächsten Jahr!“

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.