St. Bonifaz hat endlich wieder eine Orgel. Foto: kga

NEUSTADT – Ziemlich medizinisch klang es, was Pfarrer Johannes Brunnenberg zur Orgelweihe sagte: Das mächtige, dreimanualige Oberlinger Instrument von St. Bonifaz, dem im Alter regelrecht die Luft ausgegangen war, sei über Monate „in Behandlung“ gewesen. Jetzt ertönt der satte Klang der Orgel wieder bis nach draußen vor die Kirchentüren in der Boppstraße. Das Instrument mit seinen 43 Registern und über 3000 Orgelpfeifen wurde vom Freiburger Orgelbau Hartwig und Tilmann Späth einer Generalüberholung unterzogen. Am Festgottesdienst wirkten das Ensemble Vocale Mainz mit, das unter der Leitung von Wolfgang Sieber und in Begleitung von Organist Lukas Adams die Orgelmesse D-Dur von Antonin Dvorak sangen. Schon lange bevor der Festgottesdienst begann, füllte sich die Kirche. Jeder wollte noch einen Blick auf die Orgel hoch oben über dem Eingang werfen. Monatelang konnte man ihre Pfeifen hinter einem Baugerüst nur erahnen.

 

Dem unermüdlichen Einsatz des „Orgelvereins Mainz-Neustadt und der „Orgel AG St. Bonifaz“ hat die Gemeinde es zu verdanken, dass zahlreiche Spender vor allem auch in einem Crowdfunding genug Geld zusammen gebracht hatten, um die Renovierung der 1957 erbauten und in drei Abschnitten erweiterten Orgel zu ermöglichen. Das Warten hatte sich gelohnt. Jetzt sollte gefeiert werden. Zunächst mit dem Pfarrfest, abends dann mit der festlichen Orgelweihe und Segnung durch Pfarrer Brunnenberg. „Wie sich die Pfeifen in einem Klang vereinen, lass uns alle in einer einzigen Liebe verbunden sein“, sagte hoch oben auf der Empore der Pfarrer. Die vier Orgelwerke wurden nicht nur technisch von der Elektrik bis zur Windversorgung erneuert, sondern auch alle Pfeifen überholt und die Register neu intoniert, Register ergänzt, ersetzt (im Schwellwerk) und hinzugefügt (Hauptwerk).

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