Impressionist mit Leidenschaft: Herbert Beck. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

GONSENHEIM – Der Titel der Ausstellung mit Bildern von Herbert Beck ist ein Versprechen und Beschwörung zugleich. „Zehn Jahre ,Impressionismus für immer’“. Seine Werke, die 2018 und 2019 entstanden waren, tragen unverkennbar die impressionistischen Stilmerkmale van Goghs oder Monets, die Beck als seine Vorbilder nennt. Bei der Vernissage im Barocksaal des Gonsenheimer Rathauses erläuterte der Maler den Ausstellungstitel. „Impressionismus darf nicht nur eine Epoche sein, dessen Werke den Museen und einigen reichen Menschen vorbehalten bleiben. Der Impressionismus gehört für immer zum Leben der Menschen.“ Becks Werke, die er seit 2011 bisher jedes Jahr in Gonsenheim präsentiert hatte, zeigten auch diesmal den eindrucksvollen malerischen Versuch, das Licht und die Farben in der Natur einzufangen. „Wir müssen nicht in die Provence, um schöne Bilder zu malen. Das geht auch in Rheinhessen.“ Die Bilder, wie „Pappelreihe bei Bingen Gaulsheim“, „Schneelandschaf mit Römerquellen-Hochhäusern“ oder „Margaritenwiese am Rhein bei Ginsheim“ blieben nicht nur thematisch in Becks Heimatlandschaf. Beck hielt mehrfach dieselben Motive auf der Leinwand fest.

 

Die Gegenüberstellung der Arbeiten von 2009/10 – in seinem „alten Stil“ (Beck) – mit den Ölbildern von heute verdeutlichte die künstlerischen Entwicklungsschritte, die Beck getan hatte. Prägnant dabei: die radikale Reduktion der Pinselstrichführung. Wie Monet suche er „das Unscharfe“ der sichtbaren Welt im Bild festzuhalten. Etwa 500 Ölbilder entstanden in der vergangenen Dekade in Becks Atelier. Bis er zuletzt eine Durststrecke zurücklegen musste. „Mir fehlten die Motive.“ Die Inspiration kehrte gänzlich unvermutet durch eine Fotografie zurück und dank der Begegnung mit „dem guten Fotografen“, Lutz Warlich. Die künstlerische Konfrontation demonstrierte die Reihe von Becks Gemälden, die in der Ausstellung den Fotos von Warlich gegenüber gestellt wurden und unter anderem das Herbstlicht im Mainzer Sand, oder Nothelferkapelle im Frühling zum Thema wählten. Warlich, der seit über 50 die Wirklichkeit „fotografisch zu erfassen und zu interpretieren“ versucht, wie er sagte. Er stellt darüber hinaus alljährlich einen Fotokalender von Mainz. Für 2020 habe er vor, kündigte er an, speziell einen Kalender für Gonsenheim auf den Markt zu bringen.

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Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.