Gleich fällt eines der insgesamt sieben Tore der Aufstiegshelden von 2004 und 2009. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Was für ein Mainzer Frühlingsmärchen, damals am 23. Mai 2004: Im dritten Anlauf (nach dem besonders bitterem Scheitern ein Jahr zuvor) schafft der FSV Mainz 05 mit einem 3:0 gegen Eintracht Trier den Aufstieg in die erste Fußballbundesliga. Eine ganze Stadt gerät in einen kollektiven Freudentaumel.
Namen wie Benjamin Auer, Sandro Schwarz, Michael Thurk, Dimo Wache und Manuel Friedrich als Spieler und natürlich Jürgen Klopp als Trainer, Christian Heidel als Manager und Harald Strutz als Präsident werden ewig mit diesem Fußballmärchen in Verbindung gebracht werden. Und nicht zu vergessen: Klaus Hafner als jetzt schon legendärer Stadionsprecher.
Drei Spielzeiten hielt sich der selbsternannte Karnevalsverein im Oberhaus des deutschen Fußballs. Dann folgte der Abstieg. Doch das Comeback ließ nicht lange auf sich warten. 2009 schafften die Mainzer als Tabellenzweiter erneut den Aufstieg und sind seitdem in der ersten Liga präsent. Oft um den 11. Platz herum – Karnevalsverein eben.
Die Jahrestage der beiden Aufstiege feierte Mainz 05 jetzt mit einem Stadionfest – selbstverständlich im mittlerweile ehrwürdigen Bruchwegstadion, wo besonders in der ersten Hälfte der 2000er Jahre viel Schweiß floss und viele Tränen vergossen wurden, wo jedoch auch der Aufstieg des ersten Aufstiegs perfekt gemacht wurde und das am 23. Mai nach dem Abpfiff einem Tollhaus glich.

 

Das frühere Wir-Gefühl des Bruchwegs kam beim Stadionfest noch einmal auf. Foto: Ralph Keim

Zum Stadionfest kamen viele der Helden noch einmal zurück zur Stätte ihres größten Erfolges. Vor rund 3000 Zuschauern, die die von Klaus Hafner und seinem Nachfolger Andreas Bockius vorgestellten Haudegen mit standing ovation begrüßten, spielten die Aufstiegs-Nullfünfer gegen eine Ehrenauswahl aus Trier und Oberhausen. Zur Erinnerung: Mit dem 4:0 gegen Oberhausen am 24. Mai machte Mainz 05 den zweiten und direkten (zu dieser Zeit gab es bereits die Relegation) Aufstieg am letzten Spieltag der Saison 2008/2009 endgültig perfekt. Besonders Noveski und Wache wurden nahezu frenetisch von den Fans gefeiert.
Viel ist in den vergangenen Jahren geschehen: Jürgen Klopp ist längst ein international renommierter und mit zwei BVB-Meisterschaften erfolgreicher Trainer. Christian Heidel ging zu Schalke 04, musste dort allerdings die Grenzen seiner Möglichkeiten erkennen. Und die Nullfünfer haben längst ein größeres Stadion. Und so kam auf den Rängen auch so etwas wie Wehmut auf, als alle „You never walk alone“ und natürlich die Vereinshymne „Wir sind nur ein Karnevalsverein“ anstimmten. Der 7:5-Sieg der Aufstiegshelden, erzielt auf einem Kleinspielfeld, war selbstverständlich zweitrangig. Denn danach feierten alle gemeinsam – auf noch möglichst viele Jahre in der ersten Fußballbundesliga.

Der neue Stadionsprecher Andreas Bockius (li.) und sein Vorgänger, der längst legendäre Klaus
Hafner. Foto: Ralph Keim
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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“