Vertreter der Gemeinden und der Verbandsgemeinde durchschnitten voller Begeisterung das rote Band. Foto: Helene Braun

GAU-BISCHOFSHEIM/BODENHEIM – Die Freude ist groß. Lange haben die Gemeinden für eine Radwegeverbindung zwischen Bodenheim und Gau-Bischofsheim gekämpft. Erst 2016 kam die Wende. Jetzt feierten Vertreter der Gemeinden mit den Bürgern ein Eröffnungsfest in der Mitte der zwei Kilometer langen Wegetrasse. Größtenteils führt sie am Spatzenbach entlang. Begeistert waren die Bürgermeister Thomas-Becker-Theilig und Patric Müller sowie VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheurer und seine Beigeordneten auch von der großen Resonanz. Sehr viele waren mit ihren Fahrrädern gekommen, den neuen Weg zu testen und zu feiern.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt nun einen direkten Anschluss an den Amiche-Radweg, unter Ausnutzung des topografischen Verlaufs der Kanaltrasse entsteht eine gleichmäßige Steigung und der Weg passt ins touristische regionale Radwegekonzept Rheinhessens und des Kreises. Auf dem Asphalt lässt sich gut fahren, nur die Ränder sind noch unbearbeitet, das soll noch folgen.

Lange haben die Gedanken um einen befestigten Weg gekreist. Erst nach 30 Jahren der Bemühungen kam der Entwässerungsbetrieb der Stadt Mainz auf die beiden Gemeinden zu und wollte den Grasweg auf eigene Kosten befestigen. Der Grund: ganzjährige Wartungsarbeiten am Hauptabwassersammler, der unter dem Weg liegt. Davon waren VG-verwaltung und die Gemeindeverwaltungen durchaus begeistert, zumal die Stadt Mainz dies auf eigene Kosten durchzuführen beabsichtigte.

Als vor gut 40 Jahren die Amiche-Bahnstrecke stillgelegt wurde, wollte Bodenheim die Trasse erwerben, doch scheiterten die Verhandlungen mit der Bahn. Mit dem Trend zum Radwegebau entstand der sogenannte Amiche-Radweg, nur das Stück zwischen Bodenheim und Gau-Bischofsheim fehlte. Auch andere Ideen brachten nicht ans Ziel. Entweder war Gau-Bischofsheim nicht angebunden oder der Artenschutz im Weg und am Fischweiher vorbei Richtung Harxheim stören den Radler unangenehme Steigungen.

Im Rahmen der Baumaßnahme konnte hier zusätzlich ein Defizit im Kreuzungsbereich Ortsrandstraße/Mommenheimer Weg beseitigt werden und zwar kostenneutral für die Gemeinde Bodenheim. Becker-Theilig sagte: „Wir haben die Kreuzung rückgebaut, sodass der landwirtschaftliche Verkehr von der Ortsrandstraße direkt in den Wirtschaftsweg einbiegen kann und umgekehrt.“ Vorher musste die Landwirtschaft durch das Baugebiet Leidhecke fahren und die Ortsrandstraße queren.

Ein befestigter Weg bedeutet natürlich auch Versiegelung, was im Bodenheimer Rat zum Teil kontrovers diskutiert wurde, aber für ökologischen Ausgleich sei gesorgt, erklärte Becker-Theilig. Und er wies darauf hin, weil ein paar Radler schon gemosert hatten, dass einige mit dem Auto gekommen waren: „Es ist kein selbständiger Radweg, sondern ein kombinierter Rad- und Wirtschaftsweg.“ Das funktioniere nur, wenn sich alle Nutzer respektvoll begegneten.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.