Neues wagen und demokratische Werte bewahren: Dr. Frank Fritzinger. Foto: Helene Braun

GONSENHEIM – So ganz neu und unbekannt ist Dr. Frank Fritzinger nicht am Otto-Schott-Gymnasium nicht mehr. Seit 2015 bereits ist er stellvertretender, seit Februar 2018 kommissarischer Schulleiter. Nun wurde er offiziell in sein Amt als Schulleiter der Vorzeigeeinrichtung in Gonsenheim eingeführt.

Einen bunten Programmpunkt aus vielen lieferte die Tanz-AG, Klasse 5/6. Foto: Helene Braun

Die Moderatorengruppe aus der Schülerschaft überraschte mit einer besonderen Kostümierung: Jeans, T-Shirt und Sakko, Brille, Glatze und ahmten beim Sprechen seine Gesten nach. Fritzinger kriegte sich nicht mehr ein vor Lachen, bewies es doch die große Zuneigung der Schüler ihrem neuen Leiter gegenüber.

 

Es sollte nicht der einzige Programmpunkt bleiben, den die Schüler vorbereitet hatten und in der Mensa des Gymnasiums aufführten.

Dr. Volker Schult von der ADD in Neustadt zeichnete Fritzingers berufliche Vita nach. Geboren wurde er in Nordrhein-Westfalen, machte das Abitur und studierte nach dem Zivildienst in einem evangelischen Altenheim Deutsch, Latein und Philosophie in Bonn und errang schließlich den Doktortitel der Philosophie. Das zweite Staatsexamen legte er in Itzehoe ab, die erste Anstellung fand er in Oldenburg. Die nächste Station war in Niedersachsen, dann in Emden, wo er zum Studiendirektor ernannt wurde. Und schließlich war wieder Flexibilität gefragt, eine Einladung als ständige Vertretung der Schulleitung am Otto-Schott-Gymnasium erreichte Fritzinger 2015. „Das konnte er sich nicht entgehen lassen, wer die Schule kennt, weiß warum“, sagte Schult. „Er hat Antennen für Trends, Strömungen und Entwicklungen und verkörpert authentische Autorität“ heiße in einer Beurteilung, in einer anderen: „Anforderungen und Belastungen begegnet er mit gesteigerter Aktivität.“

Oberbürgermeister Michael Ebling erinnerte sich an seine eigene Schulzeit und das Abi am Otto-Schott-Gymnasium, lange bekannt unter der Kurzform GyGo für Gymnasium Gonsenheim. Die Integration in Mainz für einen Norddeutschen sei nicht ganz einfach, aber spätestens im fünften Jahr setze es ein. „Plötzlich spricht er dann über Wein, kann Chardonnay von Riesling am Geschmack unterscheiden und lacht unmotiviert über einen blöden Wiesbadener-Witz.“ Aber Ebling wurde auch ernst: „Im steten Wandel brauchen wir auch Menschen, die Haltung haben und den Wertekonsens der Demokratie bewahren.“ Als einen solchen betrachtet Ebling den neuen Direktor. Schuldezernent Dr. Eckart Lensch sagte: „Wir haben schon ein Jahr lang zusammengearbeitet und so kann ich sagen: Sie sind hier richtig am Platz.“

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Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.