30 Jahre ASB-Sozialstation wurde jetzt in Bretzenheim gefeiert. Foto: kga

BRETZENHEIM. In den Räumen der Sozialstation des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in der Ulrichstraße wurde jetzt bei einem Tag der offenen Tür mit zahlreichen Gästen Geburtstag gefeiert. Der ambulante soziale Dienst ist 30 Jahre alt geworden. Zugleich feierten Pflegedienstleiterin Erika Hentges, ihre Mitarbeiter und viele Ehrengäste auch 15 Jahre Besuchsdienst „Bretzenheim baut Brücken“ und zehn Jahre Tagespflege. Eine einzige Erfolgsgeschichte, waren sich die Festredner einig.

Angehörige und Mitarbeiter sprachen von ihren Erfahrungen. Oberbürgermeister Michael Ebling blickte zurück. Wie war es denn noch in den 70er-Jahren: Damals wünschten sich die Stadtteile jeweils ein eigenes Altenheim. Davon sei man heute zum Glück weit weg. Denn anders, als alte und gebrechliche Menschen stationär irgendwo unterzubringen, gehe das Bestreben immer stärker dorthin, eben diese Menschen am Gemeinleben weiter teilhaben zu lassen, indem man ihnen Unterstützung und Hilfe anbietet und ihnen vor allem auch ermöglicht, daheim in vertrauter Umgebung bleiben zu können.

300 Menschen werden derzeit von Bretzenheim aus betreut, insgesamt gab es im vergangenen Jahr  95.000 Pflegeeinsätze. Ebling und mit ihm Ortsvorsteherin Claudia Siebner dankten „alle den Menschen, die sich dieser Aufgabe annehmen und sich für das Wohl der Alten und Hilfsbedürftigen einsetzen“. Gerne überreichte Ebling dafür auch „Geschenke in Flachformat“, wie er die Geldkuverts nannte.

Als die Seele der Sozialstation in Bretzenheim wurde Erika Hentges gelobt. Seit inzwischen 28 Jahren leitet sie die Geschicke in der Ulrichstraße. Viele ihrer Ideen seien inzwischen umgesetzt worden, um ihren ganz persönlichen Leitsatz „ambulant vor stationär“ umzusetzen. Ihr sei immer bewusst gewesen, dass neben der reinen Pflege in medizinischer und hygienischer Hinsicht auch der soziale Aspekt nicht zu kurz kommen dürfe. Besuchsdienst, Essensservice und Haushaltshilfe werden dankbar angenommen.

Dass Hentges Recht behalten sollte, zeigte auch die Gründung der Tagespflege in den Räumen der Sozialstation, die täglich von Alten und häufig demenzkranken Bürgern aufgesucht wird. „Alltagsroutine“ sei das Zauberwort, innerhalb dessen dann auch neue Ideen umgesetzt werden können. Vor allem geht es um das Miteinander. Frühstück, Mittagessen und Kaffee, Gesang, Spiel, Basteln und Erzählen. Für die Betroffenen ist das eine reizvolle Abwechslung, Angehörigen bietet die Tagespflege eine Entlastung im Alltag.  Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Besucher umschauen und sich über die verschiedenen Hilfsangebote informieren.

Für die, die nicht mehr so mobil sind, gibt es seit einigen Jahren auch den Besuchsdienst „Bretzenheim baut Brücken“, der mit dem Stadtteil-Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde. Ehrenamtlich besuchen Helfer Menschen daheim, um ihnen ein wenig Gesellschaft zu leisten, kleinere Erledigungen für sie zu tätigen oder einfach nur da zu sein und ein stückweit so auch die Einsamkeit zu nehmen.

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