Die eindrucksvolle Ausstellung „Gegen das Vergessen“ ist noch bis 10. Juni am Mainzer Rheinufer auf Höhe des Rathauses zu sehen. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Sie fallen auf, sie animieren zum Stehenblieben, bewegen zum Nachdenken: Zahlreiche überdimensionale Porträt stehen derzeit am Rheinufer auf Höhe des Rathauses. Sie flankieren in der Platanenallee die Jogger, Radfahrer und Spaziergänger, die hier vorbeikommen und schauen diese an. Manche schauen im Vorbeigehen zurück oder bleiben stehen.

Und es sind durchweg Gesichter von alten Menschen, denn es handelt sich um Männer und Frauen, die den Terror der Nationalsozialisten überlebt haben. „Gegen das Vergessen“ heißt das Projekt, das der Künstler Luigi Toscano noch bis 10. Juni am Mainzer Rheinufer präsentiert. Und diese Ausstellung kann Mainz stolz machen, denn „Gegen das Vergessen“ beeindruckte schon in New York vor dem Gebäude der Vereinten Nationen.

Der Fotograf und Filmemacher Luigi Toscano hat über viele Jahre hinweg mehr als 300 Menschen die Gelegenheit gegeben, ihre Erinnerungen an das Grauen der Nazi-Diktatur mit ihm zu teilen. Es entstanden dabei beeindruckende Porträtfotos, die er bewusst im öffentlichen Raum, also für alle zugänglich und sichtbar, präsentiert.

Die Fotos, die er seit 2015 zeigt, sollen den Betrachter persönlich erreichen, so die Intension des Künstlers. Beim Betrachten sei es gleichgültig, welcher Nation man angehöre, welche Sprache man spreche, an welche Religion man glaube. Zudem will Toscano mit seiner Ausstellung ein Zeichen setzen gegen Rassismus und Intoleranz.

Luigi Toscano kam übrigen am 9. Mai 1972 in Mombach zur Welt und ist in Budenheim aufgewachsen. Er versuchte sich als Dachdecker, Türsteher und Fensterputzer. Schließlich schlug er eine künstlerische Laufbahn ein. Die technischen und handwerklichen Notwendigkeiten des Fotografierens brachte er sich selbst bei. Seit 2006 ist er auch als Filmemacher tätig.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“