Autorin Helga Höfle las aus ihren Werken im ZMO - Buchstabensalon, musikalisch begleitet von Manolo Lohnes. Foto: Oliver Gehrig

BRETZENHEIM–Besinnliches, Poetisches, Märchenhaftes und Romantisches gab es jetzt im ZMO-Buchstabensalon zu erleben. Dort las die Mainzer Autorin Helga Höfle aus ihren zahlreichen Werken vor, musikalisch ansprechend begleitet vom Bretzenheimer Flamenco-Gitarristen Manolo Lohnes. „Wir stellen im kleinen und familiären Rahmen etwas Besonderes vor“, sagte ZMO-Vorsitzende Jutta Hager zu den rund 20 Kulturinteressierten im Buchstabensalon. „Die Texte von Helga Höfle sind etwas sehr Ansprechendes.“ Die Autorin präsentierte ihre modernen Tierfabeln, wundersamen Großstadtmärchen und poetischen Puppenmärchen. „Das Wichtigste, was wir zu schenken haben, ist Zeit“, zitierte die Autorin aus dem Kinderbuch „Peter sammelt die Zeit“. Darin sammelt der Junge Peter die Zeit in einer Schachtel. „Erwachsene haben keine Zeit“, hat er festgestellt -wie wahr. In „die Reise der Zikaden nach Jerusalem“ geht es um eine arabische, eine jüdische und eine christliche Zikade. Diese Zirpen treten bei einem Konzert für alle Tiere auf, sind aber als kleine Insekten einzeln kaum zu hören.

 

Da tun sie sich entgegen aller religiöser Konventionen zusammen und geben ein tolles Konzert, das bei allen Tieren prima ankommt –eine interessante Geschichte, die zum Nachdenken anregt. „Der Flug der Eule“ aus dem gleichnamigen Bilderbuch ist ein modernes Märchen um zwei alte Marionetten, die Prinzessin und der Sänger. Sie leben in einer Schachtel auf einem Speicher und suchen einen Puppenkünstler, bei dem sie bleiben und noch einmal auftreten können. Der Fuchs und die Eule helfen ihnen auf ihrem Weg und die Prinzessin will Tänzerin werden, um für immer beim Sänger bleiben zu können –eine Geschichte voller Poesie. Einblicke in die Mainzer Historie gab Helga Höfle dann in ihrer Geschichte „Raimundistraße 2“ über das Zuhause ihrer Kindheit. Im Januar 1950 zog sie in eines von nur zwei Häusern in der Straße nahe der Christuskirche, die nach den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg übrig geblieben waren. „Der Rest war in Trümmern.“ Auch diese Geschichte regte zum Nachdenken an.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.