Die Stadt plant den endgültigen Verzicht auf die Wechselverkehrszeichen in der Weisenauer Straße. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

WEISENAU. Die hohe Erwartungshaltung zur Entwicklung des Heiligkreuzviertels ließ sich in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Weisenau greifen. Zum einen nahmen der Bericht und die Diskussion zum Planungsstand bei der Verkehrserschließung des Heiligkreuz-Viertels den längsten Teil der Sitzung ein. Dann folgte ein CDU-Antrag zum „Runden Tisch“, der die Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung des Areals gewährleisten soll. Zum anderen bekräftigte ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen die vor gut drei Jahren geäußerte Forderung nach einer Seniorenresidenz im Viertel.

Die Präsentation der geplanten Verkehrsanbindungen für das neue Quartier, die Christian Kron vom städtischen Verkehrsmanagement vorstellte, ließ im Gremium hinsichtlich der Radwege Zufriedenheit durchscheinen. Mit Sorge hingegen registrierten die Mitglieder den starken Zuwachs an Neuverkehr. Ein Gutachten prognostizierte bei vollständiger Entwicklung des Areals etwa 10.700 Kfz-Fahrten pro Tag. Was einen Zuwachs an 7000 Kfz-Fahrten bedeuten würde. „Das ist beängstigend“, warnte Annette Wöhrlin (CDU). Sie und Alexander Quis (SPD) baten Kron um genauere Zahlen der Kfz-Bewegungen, die auf Weisenau entfallen würden. „Speziell über die Heiligkreuzweg in Richtung des Alten Friedhofs“, so Wöhrlin. Laut Kron, der die Zahlen in der Sitzung nicht vorlegen konnte, sie aber nachliefern will, rechnen die Planer mit dem Abfließen des größten Teils des Verkehrs in Richtung Autobahn und Stadtmitte. Der Verkehrsfluss, der Weisenau tangieren könnte, solle auch mit dem Ausbau des Knotenpunktes Hechtsheimer Straße/Heiligkreuzweg/Emy-Roeder-Straße verbessert werden. „Die Zufahrt Heiligkreuzweg wird um einen weiteren Abbiegestreifen erweitert“, so Kron.

Der CDU-Antrag, der die Stadt um die Entwicklung eines „RundenTisches“ bat, passierte die Abstimmung mehrheitlich bei Enthaltungen der SPD-Fraktion. Quis: „Wir erkennen nicht, in welche Richtung es mit dem Gremium gehen soll.“ Der Runde Tisch mit Vertretern der Verwaltung und der Ortsbeiräte aus Weisenau, Hechtsheim und der Oberstadt soll sich mit den Themen Verkehr, Schule, Kita und Nahversorgung befassen und gleichzeitig der Bürgerbeteiligung ein Forum bieten, erläuterte Wöhrlin.

Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) zitierte aus der Antwort auf eine Anfrage, dass die wechselseitige Freigabe mit Signalen an den Schilderbrücken in der Weisenauer Straße künftig nicht mehr erfolgen werde. „Es ist geplant, die Busspur dauerhaft stadteinwärts auf die rechte Fahrbahnseite zu legen.“ Der Individualverkehr soll dann über die derzeitige Busspur rollen.

Teilen
Vorheriger ArtikelWenn Wolken Bilder bilden
Nächster ArtikelDie Herausforderung gemeistert
Gregor Starosczyk-Gerlach
Ich schreibe und fotografiere seit 2013 für die Lokale Zeitung. Die Begeisterung für die Lokalmedien entdeckte ich während des Studiums der katholischen Theologie und habe seit 2007 für Lokalzeitungen, öffentliche Einrichtungen und Online-Medien gearbeitet. Mich fasziniert der wunderbare Alltag. Unterwegs bin ich für Themen in Ingelheim, VG Heidesheim, Budenheim, Rheinhessen, in Mombach, Ebersheim, Hechtsheim.