Im Beisein zahlreicher Politiker, Familienmitglieder und früherer Weggefährten wurde am nördlichen Zollhafen die Inge-Reitz-Straße offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Foto: Ralph Keim

NEUSTADT – Oberbürgermeister Michael Ebling, Kulturdezernentin Marianne Grosse und Ortsvorsteher Johannes Klomann haben am nördlichen Zollhafen das Schild zur neuen Inge-Reitz-Straße enthüllt. Damit würdigt die Stadt eine Frau, die mit ihren geschriebenen Worten nicht nur in Mainz eine ganze Generation geprägt hat. Sie war Journalistin, Kolumnistin, Schriftstellerin und Autorin von Theaterstücken: Inge Reitz-Sbresny (20. Juni 1927 bis 28. September 2011) hat mit ihren von ihr auserdachten und niedergeschriebenen Sätze nicht nur unzählige Mainzer begeistert. Ihr Schaffen hat sie auch weit über die Grenzen der Landeshauptstadt bekannt und beliebt gemacht. Als es darum ging, eine der vielen neuen Straßen im Bereich des Zollhafens mit einem Namen zuversehen, zögerte der vorschlagsberechtigte Ortsbeirat nicht lange und reichte den Namen Inge Reitz ein. Dem folgte der Stadtrat gerne. Und jetzt war es soweit. Zusammen mit ihren beiden Töchtern Annette und Nina Reitz enthüllten Oberbürgermeister Michael Ebling, Kulturdezernentin Marianne Grosse und Ortsvorsteher Johannes Klomann im Beisein zahlreicher Freunde und früherer Weggefährten der Geehrten das Straßenschild. Der OB, die Kulturdezernentin und der Ortsvorsteher würdigten dabei das Leben und das Wirken einer außergewöhnlichen Frau, die in der Neustadt zur Welt kam und als junge Mainzerin die Zerstörung ihrer Heimatstadt Ende Februar 1945 miterleben musste. Dieses Erlebnis habe Inge Reitz nachhaltig geprägt, so die Redner.

 

 

OB Ebling, Kulturdezernentin Grosse und Ortsvorsteher Klomann (v. li.) freuen sich über die
Würdigung einer außergewöhnlichen Mainzerin. Foto: Ralph Keim

„Eine nachdenkliche und kluge Frau“, „eine sprachmächtige Literatin“, „ernste Inhalte einen heiteren Anstrich gegeben“ – das waren nur drei Schlagworte, die bei den Reden fielen. In der Tat war Inge Reitz-Sbresny eine ebenso erfolgreiche und wie überaus beliebte Mainzer Schriftstellerin und Kolumnistin, die seit 1955 Texte in Mainzer Mundart und auf Hochdeutsch verfasste. OB Ebling erinnerte daran, dass sie Gründungsmitglied der „Mainzer Autorengruppe“ war, mehr als ein Dutzend Bücher verfasste und seit 1985 über viele Jahre bei der Allgemeinen Zeitung die wöchentliche Kolumne „Määnzer Geschwätz“ hatte, die es auf knapp 660 Folgen brachte. Der frühere Südwestfunk sendete ebenfalls über Jahre hinweg gerne ihre von ihr selbsteingesprochenen Texte. Der Dialekt, die Mainzer Mundart spielten dabei immer eine wichtige Rolle. Der frühere Kulturdezernent Anton Maria Keim nannte Inge Reitz-Sbresny einst sogar in einem Atemzug mit den literarischen Größen Heine, Brecht und Kästner.

Teilen
Vorheriger ArtikelWoigebabbel und politisch Gebabbel
Nächster ArtikelSonderausrüstungen möglich
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“