Schlicht gehalten, fügt sich das Bürgerhaus harmonisch ins Ambiente. Foto: Helene Braun

GROßWINTERNHEIM – Ortsvorsteher Ronald Wenckenbach, der sich sehr für das Bürgerhaus in Großwinterheim eingesetzt hatte, durfte die Fertigstellung leider nicht mehr erleben.

Schlicht gehalten, fügt sich das Bürgerhaus harmonisch ins Ambiente. Foto: Helene Braun

Unterhalb der Kirche und der restaurierten historischen Mauer schmiegt sich das neue Bürgerhaus, in den Farben dezent und passend zur steinernen Umgebung, in den alten Ortskern. Von der anderen Seite des Gebäudes, vom Bürgersaal, in dem die Ingelheimer Bürgermeisterin Eveline Breyer (CDU) feierlich das Haus eröffnete, blickt man weit in die freie Landschaft und auf Schloss Westerhaus. Und auf das, was bis Ende Mai ein sehr großzügiger Parkplatz werden wird.

„Gut Ding will Weile haben“, dies sei die richtige Überschrift für dieses Haus, begann Bürgermeisterin Eveline Breyer ihre Ansprache. „Es hat eine ganze Weile gedauert, doch dafür ist das Ding hier richtig gut geworden.“ Viel habe sich an der Ursprungsplanung nicht verändert, vor allem der Grundgedanke, ein Haus für alle Generationen und alle Ehrenamtlichen im Ort zu schaffen, sei geblieben.

Bürgermeisterin Eveline Breyer: „Vielleicht der schönste Ausblick in ganz Ingelheim.“ Foto: Helene Braun

Lange hat es gedauert, die Vorgeschichte ist vielfältig. 2010 erst wählte man den jetzigen Standort, denn ursprünglich war der Bau an der Selz geplant. Nach zwei Machbarkeitsstudien entschied man für den Standort in der Ortsmitte. Die Architekten Pätzold Kremer und Hochbau-Projektleiterin Heike Billhard übernahmen die Planung. Alte Gebäude wurden abgerissen, die Kirchwand saniert und das über 5000 Quadratmeter große Grundstück freigeräumt. Vor dem Bürgerhaus entstand ein großer Bürgerplatz für Feiern und andere Veranstaltungen. Die Gesamtkosten für die Stadt betragen rund 5,15 Millionen Euro. „Darin sind aber auch wirklich alle Kosten mit Nebenkosten und Honoraren enthalten, machte Bürgermeisterin Breyer in ihrer Rede deutlich.

„In all den Prozessen, die wir begleiten, stellen wir fest, dass sich die Menschen Orte der Begegnung wünschen“, sagte Oberbürgermeister Ralf Claus (SPD). „Ein Haus, das dem demografischen Wandel entspricht, ein Haus für alle“, bezeichnete Landrätin Dorothea Schäfer (CDU) das gelungene Projekt. Ortsvorsteher Christian Lebert zog den Vergleich mit dem Aufstiegskampf von Mainz 05 in die Erste Liga. „Das Ziel vor Augen wurde die Mannschaft einige Male hart zurückgeworfen um dann, erst spät und mit langer Verzögerung, mit der Zielerreichung belohnt zu werden.“

Vom Bürgerplatz auf der Kirchenseite betritt man das Haus, das gut und gern als Generationentreffpunkt gelten kann, denn nicht für nur die Gremien und den Ortsvorsteher, auch für die Jugend, die Vereine und die Senioren ist gesorgt. Die zweigruppige integrierte Kita beherbergt auch einen Raum für den Elterntreff, so dass sich der gesamte Stadtteil, der als einziger Ingelheims als Solitär im Grünen liegt, im neuen Haus aufgehoben fühlen kann.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.