Katrin Pulipara und ihre Mitstreiter nehmen des Preis aus Händen von Bischof Dr. Kohlgraf entgegen. Foto: Helene Braun.

MAINZ/NIEDER-OLM – St. Franziskus ist Erster geworden. Viele Ideen am Start, etliche Umweltprojekte abgeschlossen oder weitergeführt und dabei nicht nachgelassen, hat die katholische Pfarrgemeinde St. Franziskus von Assisi Nieder-Olm in den letzten drei Jahren. Dafür durfte Katrin Pulipara vom Pfarrgemeinderat stellvertretend für die Pfarrei um Pfarrer Hubert Hilsbos eine hohe Auszeichnung im Erbacher Hof in Mainz entgegen nehmen, den Umweltpreis des Bistums Mainz aus Händen keines Geringeren als des Bischofs von Mainz, Dr. Peter Kohlgraf.
Eine unabhängige Jury hatte die Preisträger ausgewählt. Insgesamt wurden acht Projekte eingereicht. Das Preisgeld von 2000 Euro ist dabei ein schöner Lohn und Ansporn weiterzumachen. Was aber Katrin Pulipara noch wichtiger schien, ist die Aufmerksamkeit, die die Maßnahmen durch die Ehrung erlangen, alles im Sinne des übergeordneten Themas „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“. Hintergrund sind die Aussagen von Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ aus dem Jahr 2015 mit dem Kern: „Der Kampf gegen weltweite Armut und Umweltzerstörung gehören untrennbar zusammen.“ Dass von den fünf Preisen ein zweiter Erster Preis an das Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josephus Groß-Zimmern vergeben wurde, so erläuterte der Umweltbeauftragte des Bistums, Dr. Franz Jakob Hock, sei der hohen Qualität der Projekte beider Teilnehmer geschuldet.

Bischof Dr. Peter Kohlgraf wies insbesondere darauf hin, die Thematik „Ökologie und Verantwortung für die Schöpfung“ sei mit der Enzyklika endgültig im Zentrum der katholischen Lehre angekommen. „Ökologie, Nachhaltigkeit und Entwicklung sind genuin christliche Themen und gehören ins Zentrum der Kirche.“ Mit der Ausschreibung des Umweltpreises unter dem Leitwort der Enzyklika habe man hier ansetzen wollen: „Wie wollten Gemeinden, Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen in unserem Bistum anregen, sich mit ,Laudato si‘ zu beschäftigen und zu überlegen, wie die Sorge für die Umwelt konkret gelebt werden kann.“

Die Botschaft des Papstes in konkrete Praxis umgesetzt hatten viele Köpfe und Hände im gesamten Bistum links und rechts des Rheins. Für St. Franziskus in Nieder-Olm bedeutete dies, den „Weg zu einer nachhaltigen Gemeinde“ einzuschlagen. Pulipara: „Wir wollten nicht überfordern, deshalb haben wir punktuell mit Themenwochen begonnen.“ Dazu habe man vor drei Jahren den Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ in der Pfarrei gegründet. Mit fair gehandelter Schokolade begann es und der große Erfolg der Themenwoche ermutigte zu weiteren Maßnahmen. Es folgten eine Woche des Kaffees, ein Kochabend, Aktionen in verschiedenen Kindergärten. Weiter ging es um den Coltan-Abbau im Kongo, der das reiche Land arm macht. Pulipara: „120 Millionen Handys liegen in deutschen Schubladen und könnten bessere Verwertung finden.“

Die weiteren Preisträger sind die Marienschule in Offenbach mit ihrem Projekt „Green is the new Black“ (dritter Preis) sowie die katholische Pfarrei St. Martin in Pohlheim (vierter Preis). Der Sonderpreis für Kindergärten und Schulen ging an den evangelischen Kindergarten der Johannes Kirchengemeinde in Bingen.

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Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig und seit 2014 Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.