Noch verläuft der Aubach in einer Betonrinne: Das will Katrin Eder zur Freude Herbert Schäfers ändern. Foto: Helene Braun

FINTHEN – Was Ortsvorsteher Herbert Schäfer (CDU) so schätzt an Finthen, sind die Nähe zur Stadt und das ländliche Gefüge mit großem Naturschutzgebiet. Nun soll die Natur noch weiter zu ihrem Recht kommen. Das machten Umweltdezernentin Katrin Eder und ihre Fachleute vom Grünamt, Martin Witzel und Volker Schweikard mit Leiter Olaf Nehrbaß, vor Ort klar. Der Aubach soll von seinem künstlichen Betonkorsett befreit werden, ähnlich wie bereits der Gonsbach.
Im Bereich zwischen „Am Elmerberg und Altem Wasserwerk“ findet man heute auf etwa 500 Metern
den Aubach mit begradigtem, befestigtem und teilweise betoniertem Ufer. Damit handelt es sich in der Fachsprache um ein „naturfernes Gewässer mit beschränkter Artenvielfalt“, in dem keine Gewässerdynamik möglich ist. Nun soll der Bach wieder an die tiefste Stelle des Tales laufen, Schächte werden rückgebaut, und der Bach kann so fließen, wie es früher einmal war.

Herbert Schäfer denkt scherzhaft schon an „Heilwasserverkauf“, denn in der Tat könnte das Wasser Trinkwasserqualität vorweisen. Das aber müsste erst nachgewiesen werden. Insgesamt geht es in erster Linie um den Gewässerschutz. An zweiter Stelle aber ist auch an Naherholung gedacht, nur: „Ein Park soll es nicht werden“, sagte Schweikard. Vorbild ist der Gonsbach, der bereits in den Genuss einer Renaturierung kam. Ganz so viel wie dort wolle man am Aubach aber nicht pflanzen, eher Einzelbäume und Büsche. Die Renaturierung geschehe in Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die die Mitgliedsstaaten verpflichtet, einen guten Zustand der Gewässer zu erreichen, berichtete Eder im Vorfeld. Wasserflächen mit Inseln, wo sich Enten wohlfühlen können, stehen als Idee im Raum. Bänke seien jedoch nicht vorgesehen. „Wir legen einen Pfad an, dass die Leute hochlaufen können vom Elmerberg bis zum Alten Wasserwerk“, so Eder.

Doch noch befindet man sich im Vorentwurfsstadium. Vor den Sommerferien noch soll ein genehmigungsreifer Plan vorliegen. Die Plangenehmigung durch die Obere Wasserbehörde erhoffen sich Witzel und Schweikard noch Ende dieses Jahres, dann könnte nämlich im Frühjahr 2020 die Ausführungsplanung folgen. Erst nach der Ernte sollen dann die Arbeiten beginnen, damit die Landwirtschaft keinen Nachteil habe. Ein Stück Land hat die Stadt von einem Landwirt erworben. Geschätzte Gesamtkosten belaufen sich auf 550.000 Euro, die zu 90 Prozent von der Aktion Blau+ der Wasserwirtschaftsverwaltung der Landes Rheinland- Pfalz finanziert werden.
Infoveranstaltung: Mittwoch, 24. April, um 17 Uhr, Gaststätte „Zum Keglerheim“ (Waldthausenstraße 80, Mainz-Finthen).

Teilen
Vorheriger ArtikelOhne Führerschein unterwegs
Nächster ArtikelSteffen Jans will Bürgermeister werden
Helene Braun
Seit 2003 bin ich für die Lokale Zeitung journalistisch tätig. Von 2014 bis Ende 2018 war ich Redaktionsleiterin für die Mainzer Stadtteile und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Meine heutigen Schwerpunkte liegen auf allem, was im und vor Ort geschieht und für die Leser interessant ist. Dies sind Berichte, Reportagen und Fotos aus Lokalpolitik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Vereinen, zu besonderen Events und kuriosen Begebenheiten.