Nino Haase fordert als CDU-Kandidat den amtierenden Oberbürgermeister heraus. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

HECHTSHEIM Die Mainzer CDU geht mit Nino Haase an der Spitze in die Oberbürgermeisterwahl am 27. Oktober. Der parteilose Kandidat, den die Mainzer aus dem Bürgerentscheid zum Bibelturm kennen dürften, hat sich nun auch im Karthäuserhof in Hechtsheim den Wählern vorgestellt.
Mit Applaus begrüßt und nach gut zweistündiger Präsentation und Diskussion ebenso begeistert verabschiedet, überzeugte der bald 36-jährige Diplom-Chemiker spürbar zumindest einen großen Teil der etwa 100 interessierten Zuhörer. Im Februar erst hatte die CDU auf dem Parteitag Nino Haase mit rund 93 Prozent der Stimmen als den Kandidaten für den OB-Posten gewählt. „Es ist ein extrem mutiger Schritt. Aber wir können mit der CDU und einem parteilosen Kandidaten ein tolles Projekt in Mainz starten“, so der Tenor. Als solcher könne er die Dinge von außen betrachten. Dass er den Bürgerwillen aufnehme, habe er beim Bürgerentscheid gezeigt. Applaus folgte in Hechtsheim der Bitte um Unterstützung. „Damit wir endlich den Wechsel an der Stadtspitze herbeiführen, den Mainz dringend braucht.“
Haase kritisierte die „desaströse Finanzlage“ der Stadt, fehlende Transparenz bei den politischen Entscheidungen und eine ineffiziente Führung der Verwaltung mit einer Zuordnung von Aufgaben, die in verschiedenen Dezernaten liege.
Die Stadt habe kein Interesse an Wirtschaftsförderung, Gewerbeansiedlungen und zukunftsfähiger Gestaltung der Finanzlage, so Haase. So liegen die Gewerbesteuereinnahmen, „also das Fundament, das eine Stadt finanziert“, im Vergleich zu anderen Städten im Rhein-Main-Gebiet „ganz weit hinten“. Die Stadt müsse stärker gemanagt und nicht verwaltet werden. Die Wirtschaftsförderung durch die Verwaltung müsse stärker besetzt werden. So könnten sich etwa die Gewerbeansiedlungen stärker an den Potenzialen orientieren, die der Universitätsbetrieb bereithält.
Haase plädierte für „wirtschaftliche Vernunft“ und die „Finanzierung der Grundlagen“ bevor „wir uns beispielsweise an die millionenschwere Rathaussanierung machen“. Beides sei für die Instandhaltung der Infrastruktur genauso wie für das soziale Zusammenleben wichtig. „Wenn man die Bürgerhäuser saniert, muss man dann von den Vereinen eine höhere Pacht verlangen?“ Als Chef der Verwaltung möchte er die Kernaufgaben einer Stadt in den Vordergrund stellen. Er warb für eine Politik der Transparenz, die die Bürger mitnimmt und über Vorhaben informiert.

Es gelte zudem, die Potenziale der an Historie und Kultur reichen Universitätsstadt auszuspielen. „Wenn man in den USA von Gutenberg spricht, müsste im zweiten Satz der Name Mainz fallen.“ In Hechtsheim zeigte sich der Kandidat, der bei den Themen Verkehr, Radwege und öffentliches Grün sein ökologisches Bewusstsein unterstrich, kämpferisch. So wie einst bei „Schlag den Raab“, als er den Entertainer besiegte und 3 Millionen Euro gewann.

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