Die markante Kreuzigungsgruppe kann sich jetzt wieder sehen lassen. Foto: Ralph Keim

BODENHEIM – Die Restaurierung der fast 350 Jahre alten Kreuzigungsgruppe, die den Alten Friedhof von Bodenheim seit vielen Jahrzehnten prägt, ist nach einem Jahr aufwändiger Arbeiten abgeschlossen. Jetzt erstrahlt die denkmalgeschützte Darstellung des gekreuzigten Jesu Christi in neuem Glanz, was mit einem kleinen Festakt gebührend gefeiert wurde.                                                                                                      Rund 25000 Euro hat die Sanierung gekostet. Diese Kosten trägt die in Köln ansässige Pickartz-Stifung. Die Gemeinde wiederum übernimmt die Kosten der noch anstehenden Umgestaltung des Umfeldes des markanten Sandstein-Objekts. Diese betragen weitere rund 60000 Euro.                                                                                                Zahlreiche Bürger waren gekommen, um der vom Katholischen Kirchenchor umrahmten Feierstunde beizuwohnen, die die beiden Geistlichen der Evangelischen und der Katholischen Gemeinde liturgisch gestaltet wurden. Alle zeigten sich sichtlich beeindruckt von der gelungenen Sanierung, die anhand einer kleinen Fotoausstellung direkt vor Ort dokumentiert war.

Zahlreiche Bürger kamen zur Feierstunde auf dem Alten Friedhof von Bodenheim. Foto: Ralph Keim

 In den vergangenen Jahren war die Skulptur mehr und mehr verfallen. Private Kontakte hatten es ermöglicht, dass die Kölner Stifung die nicht unwesentlichen Kosten übernahm. Denn der früher in Bodenheim lebende Wilhelm H. Pickartz ist der Namensgeber der Stifung. Ihm war der damals bedauerliche Zustand der Kreuzigungsgruppe bei der Beisetzung eines Familienmitglieds aufgefallen. Der Architekt Thomas Metz hatte sich bereit erklärt, als Projektleiter und Koordinator tätig zu werden. Auf ein Honorar hatte er verzichtet.                                                                                                                  Die Kreuzigungsgruppe mit Jesu, seiner Mutter Maria und seinem Jünger Johannes wurde in den siebziger Jahren des 17. Jahrhunderts nahe der Kirche St. Alban aufgestellt, wo sich früher ein Friedhof befand. Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig zeigte sich dankbar, dass die wertvolle Skulptur saniert und damit erhalten werden konnte.           Mit der aufwändigen Arbeit der Sanierung wurde die Bonner Restauratorin Manuela Prechtel betraut. Sie hatte die Skulptur, die Ende Februar 2018 abgebaut worden war, unter anderem mit Dampf reinigen und von nicht passenden Beschichtungen entfernen müssen. Die Gesichtszüge des Johannes mussten komplett rekonstruiert werden. Anfang März wurde die Kreuzigungsgruppe wieder an ihrem angestammten Platz aufgestellt.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“