Ober-Olmer Kinderparlament: Die Gruppierungen präsentieren stolz die Ergebnisse. Foto: Margit Dörr

Ober-Olm – Nach Ostern – wann genau ist noch nicht bekannt – wird auf dem Martinsplatz zweimal in der Woche eine Eisdiele öffnen. Diese Idee ist im Kinderparlament entstanden und soll nun tatsächlich realisiert werden.
Stolz berichteten Charlotte, Lara, Lias, Nico, Felix, Henrik, Eric, die beim Kinderparlament mitgemacht hatten, was erarbeitet wurde. Angefangen hatte die Beteiligung der Kinder im letzten Jahr im Rahmen der Dorfmoderation, bei der in der Gemeinde der Frage nachgegangen wird, wie eine nachhaltige und zukunftsbeständige Entwicklung aussehen kann. In der „Spürnasenaktion“ waren die Grundschulkinder eingeladen, ihre Wünsche und Bedürfnisse und ihre Bedürfnisse vorzubringen. Bei Begehungen der Gemeinde, der Spielplätze, oder der Beobachtung des Verkehrs wurden Kritikpunkte festgehalten. Bei einer „Gesamtkonferenz“ in der Ulmenhalle wurden Gruppen zu fünf verschiedenen Schwerpunkten gebildet.

Die 11-jährige Charlotte bedauert, dass man in Ober-Olm leider nur Eis am Stiel kaufen kann. Wohl deswegen sprachen sich die Kinder dafür aus, sich dafür einzusetzen, dass zweimal in der Woche, vor allem am Samstagnachmittag, ein Eiswagen auf dem Martinsplatz Station macht. Tische und Bänke und ein Sonnenschirm sollen aufgestellt werden. Diese Utensilien könnte man in der alten Schule lagern, hatten sich die eifrigen Planerinnen und Planer schon überlegt. Auch über ein Schlechtwetterkonzept wurde schon nachgedacht. Und Ideen für Werbung und Mithilfe gibt es schon.
Ein weiteres Thema war der Verkehr. „Die Bürgersteige sind relativ schmal“, erklärte Felix, der sich mit Nico und Henrik damit befasst hat. Viele Autos sind zu schnell, es fehlt ein Zebrastreifen. Ortsbürgermeister Matthias Becker hatte ihnen erklärt, dass manche Dinge nicht von den Verantwortlichen in der Gemeinde entschieden werden können, sondern von übergeordneten Stellen. Viele Dinge sind einfach auch zu teuer, um sie direkt umsetzen zu können. Mit virtuellen Goldtalern und Schokobonbons wurde dies bei einer Besprechung deutlich gemacht.

Ein anderer Schwerpunkt war die Umgestaltung des Platzes vor der Ulmenhalle. Um den Basketballkorb herum stehen meist Autos, so dass man ihn nicht nutzen kann.
Neue Ideen für den Schulgarten, Bäume am Mainzer Weg, mehr Mülleimer in der Gemeinde hatte die Gruppe, die sich mit dem Grünkonzept auseinandersetzte.
Auch die Spielplätze waren in Augenschein genommen und diverse Wünsche dazu festgehalten worden.
Im Gemeinderat hatten die Kinder ihre Ergebnisse vorgestellt. Das sei schon aufregend gewesen, meinten die jugendlichen Sprecherinnen und Sprecher. Aber Dr. Heike Kemény lobte die gelungene Präsentation, von der auch die Ratsmitglieder angetan gewesen seien und die auch von ihnen sehr ernst genommen wurde.
Am Ende des demokratischen Prozesses, der im Sommer 2018 begann, hat sich nun herauskristallisiert, dass die Eisdiele das erste Projekt ist, das umgesetzt werden soll und kann.

„Es gibt keine bessere Möglichkeit, um auf die demokratischen Gremien aufmerksam zu machen“, meinte sie. Ortsbürgermeister Matthias Becker habe bei der Sitzung immer wieder die Abläufe etwas ausführlicher erklärt. „So werden die Kinder früh an die Demokratie herangeführt“, begrüßte eine Mutter das Projekt. Zudem wies sie auf die Kontrollfunktion hin, die die Kinder haben. Sie bewegen sich viel mehr im Dorf als Erwachsene und stellen dadurch Mängel eher fest.

Teilen
Vorheriger ArtikelMit Geschick einlochen
Nächster ArtikelHeimat- und Geschichtsverein hält die Vergangenheit Zornheims lebendig
Margit Dörr
Seit 2007 bin ich für die Lokale Zeitung in der VG Bodenheim tätig, war aber auch schon in Mainz, Nierstein, Oppenheim und in der VG Nieder-Olm. Es macht mir Freude, über Kulturelles, über Neuigkeiten in Schulen, Kindergärten zu berichten. Ich interessiere mich für Lebensgeschichten einzelner Menschen sowie für die Geschichte von Gruppen oder Vereinen. Mein besonderes Interesse gilt den Kirchen und Kirchengemeinden.