SPD und AUF wollen die IGS Wilhelm-Leuschner-Schule schützen. Foto: Oliver Gehrig

KASTEL – Alte politische Gräben brachen jetzt im Kasteler Ortsbeirat beim Thema Schulpolitik wieder auf. Dort verabschiedete das Gremium mit den Stimmen von SPD und AUF einen SPD-Antrag an den Wiesbadener Magistrat, von einem Standort für ein neues Gymnasium in Kastel solange Abstand zu nehmen, bis eine Generalsanierung der IGS Wilhelm-Leuschner-Schule erfolgt ist. Dazu zählen auch die Erweiterung der Mensa und die Wiedereinführung der gymnasialen Oberstufe an der IGS. „Die IGS hat sich enorm entwickelt“, begründete SPD-Fraktionssprecher Klaus Beuermann den Antrag seiner Fraktion. „Ein neues Gymnasium würde diese Entwicklung behindern.“ Diese Unterstützung für die IGS sei wichtig, ergänzte Ortsvorsteherin Christa Gabriel (SPD). Zudem sei im Magistrat die Entscheidung pro Dotzheim und gegen Kastel in punkto neues Gymnasium schon gefallen, da die Kasteler Housing Area bis Sommer noch nicht zur Verfügung stehe, so Gabriel. Daher werde in Dotzheim nahe den Horst-Schmidt-Kliniken gebaut, damit das neue Gymnasium im Sommer 2020 an den Start gehen könne.
CDU und FDP stimmten gegen den SPD-Antrag. „Das ist ein reiner Gymnasiums-Verhinderungsantrag“, kritisierte CDU-Fraktionssprecher Ralf Allmannsdörfer. Seine Fraktion habe dagegen immer auch die IGS und die Albert-Schweitzer-Schule unterstützt. „Wir wollen die Bedürfnisse der Bevölkerung erfüllen, sie wollen dagegen eine Schule schützen“, kritisierte Allmannsdörfer. Dabei habe die WLS diesen Schutz gar nicht notwendig. Der Bedarf für ein Gymnasium in AKK sei riesengroß, ergänzte André Weck (CDU) und zählte die zahlreichen Neubaugebiete wie etwa das Kostheimer Linde-Areal auf. „Sanierung und Neubau der IGS müssen vorangetrieben werden, aber ein ,Wenn…dann“ darf es nicht geben“, forderte Jutta Deusser-Bettin (FDP). Stattdessen müsse es „sowohl als auch“ heißen, also sanierte IGS und neues Gymnasium. Deusser-Bettin: „Beides muss gehen im Hinblick auf die steigenden Einwohner- und Schülerzahlen.“ Anderer Meinung war der AUF. „Bevor die IGS nicht saniert ist und wieder eine Oberstufe hat, brauchen wir nicht über den Gymnasium-Standort Kastel zu diskutieren“, meinte Hartmut Bohrer (AUF).

Schuldezernent Axel Imholz (SPD) hatte zuvor unterstrichen, dass im Stadtgebiet zwei neue Gymnasien benötigt werden und es eine Vereinbarung gebe, diese 2020 sowie 2025 oder 2026 einzuführen (die Lokale Zeitung berichtete). Sollte 2020 also der Standort Dotzheim verwirklicht werden, könnte es 2025 für die Kasteler Housing Area eine zweite Chance geben. Derzeit sei Stadtplanungsdezernent Hans-Martin Kessler (CDU) in guten Gesprächen mit den US-Streitkräften.

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Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.