Bei Silvia Enders zu Hause: Die Vorsitzende erzählt über die bunte Bandbreite der modernen Landfrauen .Foto: Jennife rMohr

HECHTSHEIM– Die Lokale Zeitung stellt einige Hechtsheimer Vereine in einer kleinen Serie vor. Heute: die Landfrauen. Silvia Enders findet die Aussagen „Du machst das ja nur ehrenamtlich” und „Bei euch muss man ja immer Kuchen backen” nicht mehr zeitgemäß. Im Bezug auf die Herabwürdigung des Ehrenamts, erst recht bezogen auf das Bild der Frau innerhalb der Gesellschaft und im Hinblick auf den Bund der Landfrauen, die sich seit der Gründung 1898 durch die Gutsfrau Elisabet Boehm vor allem politische Relevanz erkämpft haben. Nur wenige wissen, dass etwa die Mütterrente auf Initiative des Deutschen Landfrauenverbands (dlv) zurückgeht. Silvia Enders ist Mutter, Freundin,  LandFrau. Das „F“ in  „LandFrau“ werde nicht umsonst groß geschrieben. Die Landfrauen stünden für ein starkes Frauenbild, nicht nur im ländlichen Raum, und nicht wie falscher weise angenommen für „die fleißigen Bienchen”, wie es die Biene als Wappentier vermuten lässt. Das Logo sei traditionell und dem Zeitgeist vergangener Tage geschuldet. Heute ist die Biene ein bundesweites Verbandszeichen und steht für Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn und soziales Engagement. Außerdem ist Silvia Enders die Vorsitzende der Landfrauen Hechtsheim und das nun schon seit elf Jahren, sowie stellvertretende Landesvorsitzende des Landfrauenverbandes Rheinhessen. Mit knapp 350 Mitgliedern sind die Landfrauen Hechtsheim der größte rheinhessische Verein der Landfrauen. „Landfrauen können viel und machen es auch”, betont Silvia  Enders. „Ich bin in der glücklichen Lage, ein tolles Vorstandsteam an meiner Seite zu haben.” Doch wo Wärme erzeugt wird, entsteht auch Reibung.

Eine persönliche Ansprache an Mitglieder, sowie ein freundliches „Nein“ zur rechten Zeit gehören ebenso dazu wie das Landfrauencafé an den Hechtsheimer Winzertagen, das viel Arbeit, zugleich aber auch viel Spaß bedeutet. Die Bandbreite an Frauen spricht fürs ich. Die jüngste Landfrau ist 26, die älteste wird bald 92 Jahre alt. Doch ohne Nachwuchs kein Wachstum. Mit 22 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr ist Frau dabei. „ Es geht immer auch um gegenseitige Hilfe und um Gemeinschaft. Und natürlich gehört Essen und Trinken zur Geselligkeit dazu. Wer aber keinen Kuchen backen kann, der kann immer etwas anderes” , sagt Silvia Enders, die den Slogan „Glück ist… eine Landfrau als Freundin zu haben“ mit entworfen hat. Als Frau bist du eben nie alleine, weltweit. Die Landfrauen sind auf Facebook: https://www.facebook.com/landfrauenhechtsheim/ zu finden. Auf der Homepage: http://www.landfrauen -hechtsheim.de unter „Termine“ sind die aktuellen Kurse einsehbar. Dort findet sich auch das aktuelle Rundschreiben als PDF

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Jennifer Mohr
Im Dezember 2017 bin ich mit Mann und Tochter von San Francisco nach MZ-Hechtsheim gezogen. Auf dem Hunsrück bin ich geboren, entscheidende Ereignisse meines Lebens habe ich allerdings in Mainz erlebt. Mein FSJ als Schulhelferin am Schloßgymnasium, meine erste WG in Mombach oder die Ausbildung zur Erzieherin an der Sophie-Scholl-Schule. Seit 2014 schreibe und veröffentliche ich Gedichte und Bücher unter meinem Mädchennamen “Hilgert”, damit er mir nicht abhanden kommt. Zur Lokalen bin ich durch einen glücklichen Zufall gekommen, denn: Poesie ist überall.