CDU-Gastrednerin Julia Klöckner. Foto: Ralph Keim

MAINZ – Sie waren gar nicht so weit von einander entfernt: Im ausgedienten Narrenzelt an der Ludwigsstraße veranstaltete die CDU ihren politischen Aschermittwoch, im Frankfurter Hof die SPD. Bei beiden Parteien gab es Heringe zum Essen. Und bei beiden Parteien gab es viel Eigenlob und natürlich Kritik am Gegner.
Gastrednerin bei der CDU war Julia Klöckner. Die CDU-Landsvorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin stellte unter anderem die Integration in den Mittelpunkt ihrer Rede. Dabei kritisierte sie unter anderem, dass es bei muslimischen Männern üblich sei, Frauen den Handschlag zu verweigern.

SPD-Gastredner Olaf Scholz. Foto: Ralph Keim

Vor dem lauten Beifall ihrer Zuhörer, darunter Gonsenheims Ortsvorsteherin und CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel, Stadtrats-Fraktionsvorsitzender Hannsgeorg Schönig und der von der CDU unterstützte OB-Kandidat Nino Haase, ging Klöckner zudem kritisch auf die in einer Hamburger Kita unerwünschte Fastnachtsverkleidung als Indianer und Scheich ein. „Da kann ich ja froh sein, dass ich zum Rosenmontag meine Gardeuniform anziehen durfte.“

Das Heringsessen der CDU fand im Narrenzelt statt. Foto: Ralph Keim

Selbstredend, dass sie für die umstrittenen Witzeleien der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer in der Fastnachtskampagne über Toiletten für das dritte Geschlecht Sympathie zeigte und den „Dauernörglern“ und „Berufsempörern“ besonders aus den Reihen der Grünen und der SPD die Rote Karte zeigte. Klöckner erinnerte unter anderem an die SPD-Legende Herbert Wehner, der auch nicht auf den Mund gefallen gewesen sei.
Soziale Themen dominierten den politischen Aschermittwoch der SPD. Gastredner neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Landesvorsitzender Roger Lewentz und Oberbürgermeister Michael Ebling war Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Scholz und Dreyer stellten die sozialen Errungenschaften in den Mittelpunkt ihrer Reden. Errungenschaften, die auf SPD-Initiativen durchgesetzt worden seien: darunter der Mindestlohn und die beitragsfreie Kita.

 

Das Heringsessen der SPD ging im Frankfurter Hof über die Bühne. Foto: Ralph Keim

Ministerpräsidentin Dreyer erwähnte zudem das auf Bundesebene auf den Weg gebrachte Fachkräftegesetz, ging aber auch kritisch mit der CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer ins Gericht. Scholz plädierte für ein gerechtes Steuersystem, das demjenigen mehr abverlange, der mehr verdiene.
Zu beiden Heringsessen kamen mehrere hundert Besucher. Das Heringsessen der CDU umrahmte die Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr von Gonsenheim.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“