KCK-Vize Werner Böttner (Mitte) und seine Spießgesellen begehrten Einlass. Foto: Oliver Gehrig

KOSTHEIM – Die Narren haben am Fastnachtssamstag auch in der AKK-Region das Kommando übernommen. Beim fröhlichen Sturm auf die Ortsverwaltung am St. Veiter Platz hatten sich die Politiker zwar mit einem massiven vierfarbbunten Bollwerk am Eingang gegen den Ansturm der Fastnachter geschützt, doch gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Angreifer konnten sie das Epizentrum der Macht nur zweimal elf Minuten verteidigen. Dann brachen alle Dämme und die Massen strömten ins Innere.                „Ihr Verteidiger der hiesigen Orte/ steht bibbernd hier vor eurer Pforte!“, reimte KCK-Sitzungspräsident Bardo Frosch zu Beginn. Er machte sich über den verteidigenden Mainzer AKK-Beauftragten und den Wiesbadener OB lustig: „Samt Horst Maus und auch Sven Gerich/ die größten Angstschisser, so hört‘ ich!“ Frosch: „Übereignet uns nur eins: Wiesbaden und auch noch Mainz!“ Dann verkündete Josef Kübler, Generalfeldmarschall der Kasteler Jocus-Garde, dass nun auch noch die Wiesbadener Prinzengarde zu den Angreifern übergelaufen sei.

„It’s my Life“ schmetterte Castellum Musik & Show. Foto: Oliver Gehrig

Zum Beweis gab es drei laute Böllerschüsse. Dann herrschte kurze Stille. „Habt ihr euer Pulver schon verschossen?“, fragte die Kasteler Ortsvorsteherin Christa Gabriel zynisch, die sich der aktuell hohen Gefahrenlage offenbar nicht bewusst war. Unterstützung erhielt sie neben Maus und Gerich auch vom Kostheimer Ortsvorsteher Stephan Lauer, dem Amöneburger Ortsvorsteher Rainer Meier, Stadtrat Rainer Schuster, Sozialdezernent Christoph Manjura, dem stellvertretenden Ortsverwaltungsleiter Marc Petri und weiteren Helfern. Darunter waren auch der Finther Ortsvorsteher Herbert Schäfer und etliche Weinköniginnen: die Kostheimer Weinkönigin Annkathrin Dötsch, die Wiesbadener Weinkönigin Michelle Gönder und die frühere Rheingauer Weinkönigin Stephanie Kopietz.

Der Wiesbadener OB Sven Gerich (Mitte) stand den drei Ortsvorstehern bei der Verteidigung der Ortsverwaltung bei – letztlich vergebens. Foto: Oliver Gehrig

Die Narren verkündeten derweil das närrische Grundgesetz, wobei jede Korporation einen Paragrafen vorlas und Treue zu Gott Jocus schwor. Neben dem KCK und dem KCV waren das die Kasteler Jocus-Garde, die Kostheimer Roten Husaren, die Kasteler Ratschenbande, KMV Casino zum Frohsinn und Castellum Musik & Show. Mächtig Stimmung machten die Musikzüge: „Cordula Grün“ schmetterte die Jocus-Garde, „Eye of the Tiger“ musizierten die Kostheimer Gecken und „It’s my Life“ spielte Castellum Musik & Show. „Hört endlich auf mit Wichtigtuerei, gebt endlich die Verwaltung frei!“, brüllte KCK-Vize Werner Böttner. „Wir regieren mit Frohsinn!“, bekräftigte Josef Kübler. „Wenn ich dir in die Augen sehe, sieht es eher nach Wahnsinn aus!“, entgegnete OB Gerich, der Schokotaler zur Verteidigung warf. Das war den Narren zu viel der Frotzelei: Sie schickten nun ihre Sturmtruppen nach vorne, die wenig Federlesens machten und ruck-zuck die Ortsverwaltung eroberten.

Teilen
Vorheriger ArtikelAnsehen über Finthen hinaus
Nächster ArtikelNarren stürmen Budenheimer Rathaus
Oliver Gehrig
Ich bin gebürtiger Mainzer, Jahrgang 1967 und seit mehr als 20 Jahren hauptberuflich journalistisch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport tätig. Für die Lokale Zeitung berichte ich seit 2014 aus Bretzenheim, Hechtsheim, Lerchenberg, HaMü, AKK und der Oberstadt sowie aus Finthen und Gonsenheim. In meiner Freizeit fahre ich gerne Fahrrad. Weitere Hobbies sind Tennis, Fußball und Aquaristik.