Landrätin Dorothea Schäfer im Gespräch mit der Lokalen Zeitung. Foto: Ralph Keim

RHEINHESSEN – Das Jahr 2019 hat mittlerweile auch politisch an Fahrt aufgenommen. Wir sprachen mit Landrätin Dorothea Schäfer über wichtige Projekte, die in diesem Jahr auf der Agenda stehen.                                                                                            Frau Landrätin, was steht in diesem Jahr ganz oben auf Ihrer Agenda? DOROTHEA SCHÄFER: Da gibt es viele Dinge. Priorität haben zurzeit die Schulentwicklungsplanung und die überregionale Verkehrsplanung. Unser Schulentwicklungsplaner hat statistische Daten unter anderem über erwartete Geburten und Zuzüge sowie den geplanten Wohnungsbau analysiert, um daraus verlässliche Prognosen zu erstellen. Dabei ist jetzt schon erkennbar, dass es generell mehr Schülerinnen und Schüler im Landkreis geben wird. Ebenso werden wir darüber mit den benachbarten Gebietskörperschaften, also der Stadt Mainz und dem Landkreis Alzey-Worms, sprechen. Im Blickpunkt stehen dabei zwei weiterführende Schulen in Nieder-Olm und in Heidesheim. Zudem sind in den Förderschulen Oppenheim und Sprendlingen Erweiterungen nötig.                              Und zur Verkehrsplanung?                                                                                    DOROTHEA SCHÄFER: Dabei geht es meiner Meinung nach nur mit einer intelligenten Vernetzung der Systeme. Zum einen müssen der ÖPNV sowie der Schienenverkehr ausgebaut werden. Zudem müssen aber auch die viel befahrenen Straßen, die Verkehrsadern in der Region ausgebaut werden, damit der Verkehr fließen kann. Park + Ride-Anlagen sowie Busumsteigeplätze gehören ebenfalls dazu.

 Wie sieht es mit der Wirtschaftsförerung aus?                                                  DOROTHEA SCHÄFER: Das ist ein weiteres wichtiges Thema. Damit der prosperierende Landkreis auch für große und kleinere Unternehmen weiterhin attraktiv bleibt, bedarf es weiterer Anstrengungen, etwa mit neuen Konzepten für Gründer oder für die Technologiebranche. Mit dem personellen Ausbau der Wirtschaftsförderung tragen wir dem Rechnung.                                                                                                        Worin liegen die wichtigsten Investitionen, die 2019 realisiert werden?                          DOROTHEA SCHÄFER: Wir werden im Sommer mit dem Bau des neuen, rund 28 Millionen Euro teuren Verwaltungsgebäudes beginnen. Die Fertigstellung ist 2021 geplant. Der Neubau für die BBS in Ingelheim ist ein weiteres Großprojekt, das uns in den kommenden Jahren beschäftigt. Im Haushalt stehen dafür 15 Millionen Euro, plus noch einmal 1,8 Millionen Euro für ein Parkdeck. Hinzu kommen die Dachsanierung am Gymnasium Nieder-Olm für 0,5 Millionen Euro und die Erweiterung der Sporthalle an der IGS Oppenheim für 1,1 Millionen Euro.                                                                            Wie steht es um den Breitbandausbau?                                                                          DOROTHEA SCHÄFER: 28 Millionen werden hier insgesamt in den Ausbau der sogenannten weißen Flecken investiert. Start ist in diesem Jahr.                                    Was wird sich 2019 in Sachen neue Rheinbrücke tun?                                      DOROTHEA SCHÄFER: Wir haben mit den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen sowie dem Rheingau-Taunus-Kreis vereinbart, dass zunächst die Ergebnisse der Untersuchungen aus dem Jahr 2005 im Hinblick auf die jetzt gültige Rechtslage neu bewertet werden. Danach werden wir weitere Schritte vereinbaren.                                                              Betrifft das Thema „Einkreisung bislang kreisfreier Städte“ auch den Landkreis Mainz-Bingen?                                                                                                            DOROTHEA SCHÄFER: Nein, denn in direkter Nachbarschaft des Landkreises Mainz-Bingen gibt es außer der Landeshauptstadt Mainz keine kreisfreien Städte.                                  Worauf freuen sie sich ganz besonders, wenn Sie das Jahr 2019 überdenken?                DOROTHEA SCHÄFER: Da denke natürlich an unser eigenes Jubiläum: Wir feiern 50 Jahre Landkreis Mainz-Bingen zum Beispiel mit einer Wanderausstellung, einem Bürgerfest im August und einer akademischen Feier. Weiterhin finden im Mai neben den Europawahlen die Kommunalwahlen statt. Die Bürgerinnen und Bürger sind an die Wahlurne gerufen, um die Räte von Verbandsgemeinden, Ortsgemeinden, Städten zu wählen, Orts- und Stadtbürgermeister und natürlich den Mainz-Binger Kreistag. Ich hoffe, es folgen viele Menschen dem Aufruf und nehmen das demokratische Recht zur Mitbestimmung wahr.

Teilen
Vorheriger ArtikelOrtvorsteher Herbert Schäfer entführt
Nächster ArtikelNärrischer Lindwurm schlängelte sich durch Kastel und Kostheim
Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“