Glücklich über das Happy-End der langen Bürgerhaus-Geschichte: Ortsvorsteher Schäfer (li.) und OB Ebling beim Richtfest. Foto: Ralph Keim

FINTHEN – Es gab nur strahlende Gesichter. Und das lag nicht an dem frühlingshaften Wetter, das auch den letzten Tag im Februar prägte. Und doch wird dieser 28. Februar 2019 ebenfalls in die Geschichte des Stadtteils eingehen. Denn zum neuen, rund fünf Millionen Euro teuren Bürgerhaus stand das Richtfest an.
Und so waren denn auch wirklich alle bester Laune: Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) und Ortsvorsteher Herbert Schäfer (CDU) strahlten um die Wette und mit ihnen zahlreiche Fintherinnen und Finther, die ins Festzelt an der Baustelle gekommen waren. Und weil an diesem Tag auch noch Altweiberfastnacht gefeiert wurde, hatten sich die meisten dem Anlass entsprechend närrisch-bunt gekleidet. Daher gab es zum Futtern neben Weck, Worscht un Woi leckere Kreppel.
Vergessen waren in diesem Moment der Ärger, der Stress und die Querelen, die die Diskussionen um den Neubau in den vergangenen Jahren – ja Jahrzehnten – geprägt haben. Das alles hat ein Ende, denn das neue Bürgerhaus wird so sicher kommen wie der nächste 11. 11. „Wir planen die Einweihung bis gegen Ende des Jahres“, verkündete Bürgermeister Beck. „Die nächste Kampagne wird also auf alle Fälle im neuen Bürgerhaus über die Bühne gehen.“ Nicht nur diese Worte wurden von begeistertem Applaus der Bürger und der vielen Vereinsvertreter quittiert.

Zahlreiche Besucher kamen zum Richtfest, auch passend gekleidet, denn an diesem Tag war auch Altweiberfastnacht. Foto: Ralph Keim

„Die Stadtteile brauchen Identität und Profil und dazu gehört auch ein modernes Bürgerhaus“, ergänzte OB Ebling, der daran erinnerte, dass auch in den Stadtteilen Lerchenberg, Weisenau, Hechtsheim und Ebersheim kräftig investiert werde – in die Altbauten, aber auch in Neubauten.
Der allgemeinen Freude und Begeisterung schloss sich auch Ortsvorsteher Schäfer an, der bei der Kommunalwahl Ende Mai nicht mehr antreten wird. Für ihn ist es daher eine ganz besondere Herzensangelegenheit gewesen, wenigstens den ersten Spatenstich und jetzt das Richtfest noch als Amtsträger erlebt zu haben. Bei der Einweihung wird er zu den Ehrengästen gehören.

Der Richtkranz ist gehisst. Spätestens Ende des Jahres soll das neue Bürgerhaus eingeweiht werden. Foto: Ralph Keim

Besonders hoben die drei Politiker hervor, dass in dem neuen Bürgerhaus nicht nur wieder die Ortsverwaltung, sondern auch eine sechsgruppige Kindertagesstätte untergebracht sein wird. Neben dem 415 Quadratmeter großen Saal für 480 Stuhlplätze (für die Fastnachtssitzungen) wird es sieben unterschiedlich große Vereinsräume geben.
Was für den OB und besonders für den Finanzdezernenten wichtig ist: 90 Prozent der Kosten tragen Bund und Land. Was für die Finther wichtig ist: Das neue Bürgerhaus steht für Vereine ebenso zur Verfügung wie für Tagungen, Sportveranstaltungen und sonstige Events. „Es ist uns aber eine Herzensangelegenheit, dass das Bürgerhaus für die Finther Vereine erschwinglich bleibt“, bekräftigte der OB unter dem Applaus der zahlreichen Besucher.

Das Projekt „Mainzer Bürgerhäuser” wurde vom Stadtrat am 16. März 2016 auf den Weg gebracht. Dazu wurden eigens eine neue Gesellschaft, die Mainzer Bürgerhäuser GmbH & Co. KG (BGH) und die Mainzer Bürgerhäuser Verwaltungs-GmbH gegründet. Diese übernimmt die Errichtung und den Betrieb der zukünftigen Bürgerhäuser.
Und auch das dürfte ein Novum beim Richtfest in Finthen gewesen sein: Durch das Zelt hallte das „dreifach donnernde Helau“. Jetzt können besonders die Finther noch mal so gut gelaunt in die heißen Tage der Kampagne gehen.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“