Der „Hamburger Fischmarkt auf Tour“ machte wieder Station in Ingelheim. Foto: kga

INGELHEIM – „Hört nicht auf den, das ist einer, der läuft nachts mit lila Leggins durch die Straßen.“ Mit einem Augenzwinkern schreit Rudi ins Mikrofon, wirbt um Kunden. Da  kann er den Knabber Paul gleich nebenan nicht gebrauchen, der am Stand mit der lilafarbenen Kuh ebenfalls um die Aufmerksamkeit des Publikums feilscht.

Derweil preist auch Wurst-Herby seine Ware an, sackt Jagd- und Schinkenwurst ein und schlägt mit einer Hartwurst mächtig gegen die Wand. Hält das Teil in die Höhe und posaunt es grinsend heraus: „Eine Erinnerung an Beate Uhse, nur ohne Batterie.“ Herby (Robert Malkowski) ist mehrmaliger Europameister der Marktschreier. Jetzt machten er und seine Kollegen von „Hamburger Fischmarkt auf Tour“ Station in Ingelheim, verbunden mit dem ersten verkaufsoffenen Sonntag im Jahr.

Humorvoll frech und derb geht es zu – in der Rotweinstadt kommt das nun schon im sechsten Jahr gut an. Die Besucher kommen aus dem gesamten rheinhessischen Umkreis, um bei dem Marktspektakel der anderen Art dabei zu sein und den einen oder anderen Schnapper mit prall gefüllten Tüten zum günstigen Preis zu machen.

Inhaber und Organisator des Eventunternehmens „Hamburger Fischmarkt auf Tour“ ist Dirk Willi Rösgen. Seit mehr als 20 Jahren bringen er und sein Team die Kopie des Original Hamburger Fischmarkts von Februar bis November in alle Regionen Deutschlands. An jedem Wochenende in einer anderen Stadt – nach Ingelheim ist es Buchholz im Norden, danach Neckarsulm im Süden –  und stets schließen sich Marktbeschicker mit Waren aller Art aus der jeweiligen Region an das Event mit an.

In Ingelheim gibt es Gewürze und Süßigkeiten, Strümpfe und Kleidung, Töpfe, eingelegte Oliven und Gurken. Bei herrlichem Sonnenschein flanieren die Besucher auf dem Sebastian-Münster-Platz an den Verkaufsständen vorbei, trinken unterm Leuchtturm ein Bier, genießen frische Fischbrötchen. Und sie drängen sich vor den Wagen der Marktschreier. Die nehmen im Laufe des Tages richtig Fahrt auf, es wird viel gelacht.

Bei Nudel-Kiri, dem Griechen Kiriakos Kovagiarov, findet die italienische Pasta reißenden Absatz.  Bananen Fred (in dritter Generation) mit seinem riesigen Obstlaster lässt es zunächst gemütlich angehen. Dann aber geht es Schlag auf Schlag. „Komm her, hier noch eine süße Ananas mit in den Korb, ein paar Bananen und die Äpfel aus dem Alten Land“, brüllt er gegen Aal Hinnerk mit den Fischspezialitäten und Wurst Herby an. Neben dem Verkauf standen auch noch Sonderaktionen auf dem Programm. So konnten Besucher ihre Kräfte im Bierkrugstemmen messen und sich selbst als Marktschreier versuchen.  Die Gewinner durften jeweils mit einer Fischmarkttüte nach Hause gehen.

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