Dieses prächtige Bild bot sich den Besuchern gleich zu Beginn der Maria Hilf-Sitzung. Foto: Ralph Keim

KOSTHEIM – In Kostheim sind die Fastnachtssitzungen der beiden katholischen Pfarrgemeinden nicht mehr wegzudenken. Seit vielen Jahrzehnten begeistern die Akteure auf beiden Seiten der Brücke ihr Publikum, so auch in diesem Jahr, als die Maria Hilf-Fastnachter in der Kostheimer Siedlung kürzlich den Anfang machten.
Dabei schafften es die Programmverantwortlichen erneut, dass beim Einzug des Komitees in den nicht gerade übergroßen Saal auch original Mainzer Schwellköpp dabei waren, außerdem zahlreiche Gardisten – ein wirklich tolles und farbenprächtiges Bild. Entsprechend gut gelaunt startete Sitzungspräsident Hans Dötsch das Programm, das zahlreiche Knaller bot.

Pfarrer Klaus Forster brillierte als Redner. Foto: Ralph Keim

Denn mit Klaus Forster betrat der Hausherr, der im vergangenen Jahr die Nachfolge von Pfarrer Gottfried Scholz antrat, die Bütt. Wortgewaltig und mit viel Selbstironie skizzierte er das Berufsbild des Pfarrers mit all seinen Klischees. Dass ein katholischer Geistlicher beispielsweise keinen Stress mit einer Ehefrau hat, entgegnete er: „Ich hab sogar 2000 Frauen.“ Womit selbstverständlich die weiblichen „Schäfchen“ seiner Gemeinde gemeint waren.

Bekannt scharfzüngig zog zuvor Johannes Weißenberger als Chef des Protokolls ein Fazit der zurückliegenden Monate, bei dem er weder das Mainzer Bibelturm-Desaster noch das Wiesbadener OB-Desaster ausparte. Kokolores pur gab es von Ulrike Sersch, die vom Betriebsausflug ihrer Firma berichtete, während Jürgen Wiesmann als „Partymuffel“ brillierte.

Gesungene Zeitkritik bot die „Musikschau“ mit zahlreichen Aktiven aus der Pfarrgemeinde. Foto: Ralph Keim

Gesungene Zeitkritik bot die „Musikschau“ mit zahlreichen Aktiven aus der Pfarrgemeinde Maria Hilf, während das „Stimmbändche“ des Kostheimer Gesangvereins „Harmonie“ für Stimmung direkt nach der Pause sorgte. Die getanzte Fastnacht kam bei der Maria Hilf-Sitzung selbstverständlich ebenfalls nicht zu kurz.

Den glanzvollen Schlusspunkt setzten wie immer die „Käsbachfinken“, die unter der Leitung von Hans Dötsch und Monika Preiß ebenfalls ihre Zeitkritik in Noten verpackt hatten. Themen ihrer mahnenden Verse waren unter anderem das Schicksal der Flchtlinge, selbstverständlich das viel diskutierte Dieselfahrverbot, aber auch der Personalwechsel an der Spitze der Bundes-CDU.
An Fastnachtdienstag beginnt übrigens um 19.11 Uhr im Pfarrzentrum von Maria Hilf die beliebte Kappesitzung.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“