Stellen sich den Herausforderungen, die das Gewerbe zu meistern hat: Barbara Petermann, Vorsitzende des Gewerbevereins, Ortsvorsteherin Sabine Flegel, Buchhändlerin Susanne Lux und Jan Sebastian-Willenberg, Vorsitzender des Einzelhandelsverbands Mitte (v. li.) im Gespräch mit Moderatorin Patricia Küll. Foto: Ralph Keim

GONSENHEIM – Wie kann der mittelständische Einzelhandel, wie kann der Inhabergeführte Betrieb die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft meistern? Um diese zentrale Frage ging es in einer Talkrunde während des Empfangs anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Gonsenheimer Gewerbevereins.
Gesprächspartner der von Patricia Küll, bestens bekannt als TV-Moderatorin der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz, geführten Runde waren neben Barbara Petermann, Vorsitzende des Gewerbevereins, die Ortsvorsteherin von Gonsenheim, Sabine Flegel, der Vorsitzende des Einzelhandelsverbands Mitte, Jan Sebastian-Willenberg, sowie die Gonsenheimer Buchhändlerin Susanne Lux.
Und gerade die an der Breite Straße ansässige Buchhandlung von Susanne Lux ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man an dem Online-Handel auch als Inhabergeführtes Geschäft nicht vorbeikommt. Denn bei Susanne Lux kann man über das Internet beispielsweise ein Buch bestellen, das sie dem Kunden dann auf Wunsch auch per Versand zukommen lässt. Ganz so wie bei einschlägig bekannten Konzernen, die sich auf den ausschließlich über das Internet abzuwickelnden Handel konzentriert haben und die besonders den lokal ansässigen Geschäften und Läden vor Ort das Leben schwer machen. „Den Laden aufschließen und auf Kunden warten, das funktioniert längst nicht mehr“, erläuterte Susanne Lux.

Jan Sebastian-Willenberg bedauerte, dass so manche traditionsreiche Mainzer Geschäfte online noch immer nicht zu finden oder präsent seien. Dabei komme am Bereich Online heutzutage keiner mehr vorbei, unterstrich er.
Einig waren sich alle Gesprächspartner, dass der Einkauf vor Ort Spaß machen müsse. Nur so könne man eine Alternative zum anonymen Einkaufen per Mausklick bieten. Denn vielleicht, so die Hoffnung von Susanne Lux, trete bald eine Gegenbewegung ein: Dass nämlich die Menschen den Handelsgiganten den Rücken kehren und sich wieder auf das kleine Geschäft in der Nachbarschaft besinnen. Allerdings müssen diese Geschäfte dann auch vorbereit sein.

Ortsvorsteherin Flegel drückte ihr ausdrückliches Bedauern darüber aus, dass es heutzutage kaum noch die klassische, von einer Familie geführte Metzgerei gebe – auch in Gonsenheim. Das liege aber zum Teil auch daran, dass es keine Nachfolge gebe, entgegnete Jan Sebastian-Willenberg. Er erlebe gerade in der Innenstadt immer wieder, dass Einzelhändler die Räume ihres traditionsreichen Geschäfts lieber vermieten statt es selbst weiter zu betreiben. „In solch einem Fall ziehen dann nicht selten Filialisten großer Ketten ein“, erläuterte Sebastian-Willenberg. Daher „verfilialisiere“ besonders die Mainzer Innenstadt zusehens.
Ein Stadtteil wie Gonsenheim sei dank der Vielfalt der Breite Straße und der umliegenden Straßen dagegen glücklicherweise gefeit, bekräftigte Jan Sebastian-Willenberg.

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Ralph Keim
Seit ihrer ersten Ausgabe bin ich in verschiedenen Bereichen engagiert bei der Lokalen Zeitung. Heute verantworte ich die Ausgaben „Mainz-Mitte“ außerdem „Hessen“ und „Rhein“. „Die lokale Berichterstattung ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da man hier ganz nah an den Menschen ist“, möchte ich, Jahrgang 1964, meine Arbeit beschreiben. „Außerdem ist Mainz eine tolle Stadt mit einem tollen Umfeld.“